Sterberate steigt im Winter drastisch an - doch warum?

2. Februar 2002, 10:00
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Grippe ist nicht die Ursache

Gräfelfing - Die Sterberate steigt im Winter drastisch an - doch die Grippe ist nachweislich nicht schuld daran. Das ergab nach einem Bericht der "Ärztlichen Praxis" eine britische Studie. Die Wissenschafter hatten die täglichen Todesfälle mit den durchschnittlichen Tagestemperaturen verglichen. Ergebnis: Während der Wintermonate sterben jedes Jahr pro Million Einwohner 1.265 mehr Menschen als in den übrigen Monaten. Doch lediglich 2,4 Prozent dieser Todesfälle gehen auf eine Grippe zurück.

Wie die Sterberate im Winter reduziert werden kann, bleibt damit weiter völlig offen. Auch der Tod durch Erfrieren spielt bei dem Anstieg den Experten zufolge keine Rolle. Vielmehr nehmen Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen sowie Thrombosefälle drastisch zu. Aber auch Rheuma, Depressionen und selbst Magen-Darm-Erkrankungen sind nach Erkenntnissen der Mediziner im Winter wesentlich häufiger anzutreffen als in den sonstigen Monaten.

Eine mögliche Erklärung ist die - zwangsweise - generell ungesündere Lebensweise: der Mensch macht vergleichsweise weniger Bewegung im Freien und atmet mehr trockene und belastete Raumluft ein, was sich auf die Atemwege schlägt. Fehlende körpereigene Vitamin-Produktion durch Sonnenlicht und weniger vitaminhältige Nahrung durch saisonbedingten Mangel an gartenfrischem Obst und Gemüse können ebenfalls Faktoren sein.(APA/red)

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