Münchner Konferenz für Sicherheitspolitik

1. Februar 2002, 16:22
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Debatten über Sicherheit nach Terroranschlägen des 11. September und über Zukunft der NATO zentrale Punkte

München - Veranstalter Horst Teltschik legt Wert auf die Begrifflichkeit: "Wehrkundetagung" - das ist für ihn ein Begriff aus der Vergangenheit, der nicht mehr zu dem internationalen Charakter der Münchner Konferenz für Sicherheitspolitik passt. Zur 38. Konferenz versammeln sich am Samstag und Sonntag rund 400 Spitzenpolitiker und Militärs aus 43 Ländern sowie 400 Journalisten in München, um über die internationale Sicherheit nach den Terroranschlägen des 11. September und die Zukunft der NATO zu debattieren. Angekündigt haben sich auch tausende Globalisierungsgegner trotz Demonstrationsverbot.

Als Wehrkundetagung wurde die Konferenz 1962 von dem deutschen Verleger Ewald von Kleist - einem Widerstandskämpfer des 20. Juli - ins Leben gerufen. Im Mittelpunkt der Veranstaltungen standen zunächst die Entwicklung des transatlantischen Verhältnisses sowie die europäische Sicherheit. Für Minister, Militärs, Experten und Parlamentarier sollte die Tagung Kontaktbörse und freies Diskussionsforum sein. Was das Weltwirtschaftsforum in Davos für die Spitzenvertreter der internationalen Wirtschaft sei, stelle München für die Repräsentanten der strategischen Gemeinschaft dar, schreibt Teltschik.

Als der ehemalige außenpolitische Berater von Altkanzler Helmut Kohl die Organisation der Konferenz 1998 von Kleist übernahm, öffnete er sie für die Staaten Mittel- und Osteuropas. In diesem Jahr bezieht er besonders die asiatischen Staaten in das Forum mit ein.

Der inoffizielle Charakter des Treffens, die Möglichkeit für Politiker, ohne Protokoll zu reden, ist Teltschik besonders wichtig. So sollen beispielsweise Vertreter Indiens und Pakistans in bilateralen Gesprächen am Rande Gelegenheit erhalten, sich vorsichtig im Kaschmir-Konflikt näher zu kommen. Die Außenminister weniger einflussreicher Staaten wie Kirgisien, Tadschikistan und Georgien sollen neben dem russischen Verteidigungsminister Sergej Iwanow oder dem stellvertretenden US-Verteidigungsminister Paul Wolfowitz auf dem Podium zu Wort kommen.

In diesem Jahr ist die Sicherheitskonferenz von weniger prominenten Gästen besucht als zuvor. Während im vergangenen Jahr noch Bundeskanzler Gerhard Schröder München die Ehre gab, schickt er in diesem Jahr lediglich seinen Verteidigungsminister Rudolf Scharping. Während der damals frisch amtierende US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld die Tagung zum Anlass für seinen ersten Auslandsauftritt nahm, lässt er sich heute von Wolfowitz vertreten.(APA/AP)

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