Einbahnstraße Hilfsarbeit

30. Jänner 2002, 18:11
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Österreichische Studie: Dem Gros der ausländischen Arbeitskräfte gelingt kein nennenswerter sozialer Aufstieg - Frauen besonders benachteiligt

Wien - Ausländische Arbeitskräfte haben kaum Chancen auf berufliche Karriere, es sei denn, sie kommen aus Deutschland oder sie haben besonderes Glück. Die Mehrheit der ausländischen Arbeitskräfte startet ihre berufliche Tätigkeit in Österreich als HilfsarbeiterInnen oder angelernte ArbeiterInnen und bleiben dies auch noch nach vielen Jahren. Dem Gros der ausländischen Arbeitskräfte gelingt demnach kein nennenswerter sozialer Aufstieg. Dies ergab ein Projekt zum Thema "Integration durch berufliche Mobilität? - Eine empirische Analyse der beruflichen Mobilität ausländischer Arbeitskräfte in Wien", vom Institut für Stadt- und Regionalforschung der österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW).

Die Mehrheit der ausländischen Beschäftigten sind Teil der städtischen Grundschichten, trotzdem sind sie mit ihrer beruflichen "Karriere" laut Studie sehr bis mäßig zufrieden.

Schwerpunkt der Studie ist die Frage, inwieweit es ZuwanderInnen unterschiedlicher nationaler Herkunft in Wien gelingt, im Verlauf ihrer beruflichen Tätigkeit einen Aufstieg und damit berufliche und soziale Integration zu realisieren. Dabei wurden vier Gruppen verglichen: Deutsche als VertreterInnen der "Elitemigration" aus dem EU-Raum, PolInnen als Teil der "neuen Zuwanderung" sowie TürkInnen und Ex-JugoslawInnen als RepräsentantInnen der Kategorie der "GastarbeiterInnen".

Bildungsniveau und Deutschkenntnisse

Laut Studie sind die Deutschen die beruflich erfolgreichste Gruppe, gefolgt von PolInnen. Die TürkInnen bleiben am längsten HilfsarbeiterInnen, die Ex-JugoslawInnen sind etwas mobiler. Frauen sind in allen vier Gruppen deutlich benachteiligt, wobei Türkinnen am seltensten einen beruflichen Aufstieg verwirklichen können.

Bildungsniveau und Deutschkenntnisse sind die wichtigsten Voraussetzungen für beruflichen Erfolg. MigrantInnen mit Facharbeiterausbildung gelingt es am ehesten, Karriere zu machen. Schlüsselfaktor für beruflichen Erfolg sind Deutschkenntnisse. "Je besser die Deutschkenntnisse, desto beruflich mobiler", heißt es in der ÖAW-Studie.

Bei der Bewertung ihres eigenen Berufsverlaufs sind viele ausländische Beschäftigte sehr optimistisch, was bedeutet, dass Karriere etwas sehr Subjektives darstellt. Oft wird bereits von einem beruflichen Aufstieg gesprochen, wenn die Arbeit zum Befragungszeitpunkt leichter, geregelter oder besser bezahlt ist als zum Zeitpunkt der Zuwanderung. (APA)

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