Datenschützer laufen Sturm gegen "Passport"

30. Jänner 2002, 15:26
2 Postings

In einem Schreiben an die Staatsanwaltschaft wird nahegelegt die Praktiken rund um den Online-Identitätsdienst von Microsoft zu untersuchen

Das "Electronic Privacy Information Center" (EPIC) hat mehrere Briefe an Staatsanwälte der US-Bundesstaaten verschickt, um gegen die, ihrer Meinung nach, unfairen und hinterhältigen Handelspraktiken von Microsoft zu protestieren. Im Besonderen geht es den Datenschützer um den Online-Identitätsdienst "Passport" und den dazugehörigen Geschäftspraktiken des Softwarekonzerns.

Konsumenten werden betrogen

Nach Meinung des "Electronic Privacy Information Center" ermöglichen die Praktiken von Microsoft Betrug, Identitäts-Schwindel und Spam-Mails und sie fordern die Staatsanwälte auf genauere Untersuchungen vorzunehmen. Außerdem ermögliche "Passport" nach Meinung der Datenschützer das Protokollieren von User-Verhalten und fördere damit den Handel mit Kundendaten.

Funktionen wurden deaktiviert

Nach ersten Beschwerden im letzten Jahr hatte Microsoft bereits einige Funktionen von "Passport" deaktiviert. Den Datenschützern erscheinen diese Maßnahmen allerdings wenig zielführend. Sie fordern unter anderem, dass nicht mehr behauptet werden darf, dass Passport sicher ist und die Privatsphäre nicht angetastet wird. Weiters sollen sämtliche bisher angelegten User-Accounts gelöscht werden, so das "Electronic Privacy Information Center".

"Keine Anstrengungen"

In den Briefen heißt es weiter, dass sich EPIC an die Staatsanwäte wenden musste, da bislang keinerlei Anstrengungen von Seiten der "Federal Trade Commission" unternommen wurden, um die Vorwürfe zu untersuchen.(red)

Share if you care.