Friedensgipfel über Krise in Kolumbien

31. Jänner 2002, 12:27
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Streitkräfte eroberten Lager der FARC-Rebellen

Havanna - Vertreter der kolumbianischen Regierung des radikal-marxistischen Nationalen Befreiungsheers (ELN) haben sich am Dienstagabend (Ortszeit) zu einem Friedensgipfel in der kubanischen Hauptstadt Havanna getroffen. Der kubanische Außenminister Felipe Perez Roque bezeichnete das Treffen als "historischen Moment für Kolumbien, Lateinamerika und die internationale Gemeinschaft". Zu dem zweitägigen Friedensgipfel waren rund 70 Teilnehmer angereist, unter ihnen auch Vertreter der kolumbianischen Zivilgesellschaft und der Kirche. Auch die Partnerstaaten für den Friedensprozess mit der ELN-Guerilla, Kuba, Frankreich, Norwegen, Spanien und die Schweiz, nahmen an den Gesprächen teil.

Die prokubanische ELN hat als eine der ältesten und kampferprobtesten Guerilla-Organisationen des amerikanischen Kontinents rund 4.500 Kämpfer unter Waffen. Sie wurde 1965 unter dem Eindruck der kubanischen Revolution gegründet. Die linksgerichteten Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) zählen als größte Rebellengruppe in Kolumbien rund 16.500 Kämpfer. In dem seit fast vierzig Jahre dauernden Bürgerkrieg zwischen linker Guerilla, rechten Paramilitärs und der Armee wurden bisher mehr als 200.000 Menschen getötet. Mit der FARC hatte sich die Regierung darauf geeinigt, am 7. April ein Waffenstillstandsabkommen zu unterzeichnen.

Bei der Explosion von mindestens zwei Tonnen Dynamit in einem von den kolumbianischen Streitkräften eroberten Lager marxistischer FARC-Rebellen sind sieben Soldaten getötet worden. Weitere 22 Soldaten galten am Mittwoch nach Angaben der Armee noch als vermisst. Trotz der laufenden Friedensverhandlungen zwischen der Regierung und den FARC stieg die Zahl der seit dem Beginn der Rebellenoffensive am 14. Jänner getöteten Soldaten und Polizisten damit auf 40. Im selben Zeitraum wurden auch 37 FARC-Guerilleros und 20 Zivilisten getötet.

Die Streitkräfte hätten das Lager der FARC in der zentral gelegenen Provinz Meta erobert und dabei vier Rebellen getötet sowie sieben gefangen genommen, sagte General Arcesio Barrera. Dann sei jedoch das in einem Haus gelagerte Dynamit in einer gewaltigen Explosion in die Luft geflogen.

Eine Autobombe tötete in der südlichen Provinzhauptstadt Florencia in Caqueta zudem sieben Zivilisten und einen Soldaten. Weitere 40 Menschen seien verletzt worden. Die Behörden vermuteten die FARC hinter dem Anschlag. Die FARC sind mit 16.000 Männern und Frauen unter Waffen die größte Rebellenorganisation des Landes.(APA/dpa)

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