Argentinien lehnt Auslieferung des "Blonden Engels" an Schweden ab

29. Jänner 2002, 19:00
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Folterer der Militärdiktatur soll Schwedin entführt haben

Buenos Aires - Argentinien hat die von Schweden beantragte Auslieferung des berüchtigten früheren Marineoffiziers Alfredo Astiz abgelehnt. Das berichteten einheimische Medien am Dienstag. Die schwedische Justiz wirft dem als "Blonder Engel" bekannten Folterer der Militärdiktatur (1976-1983) vor, die Schwedin Dagmar Hagelin entführt zu haben. Die junge Frau ist seither wie tausende andere ermordete Diktaturopfer spurlos verschwunden.

Die Regierung begründete die negative Entscheidung mit dem Prinzip der Territorialität, demnach nur argentinische Richter über inländische Taten richten können. Außerdem stützte sie sich auf ein Dekret des früheren Präsidenten Fernando de la Rua, in dem das Außenministerium angewiesen wird, alle Auslieferungsanträge im Zusammenhang mit der Militärdiktatur abzulehnen. Auch deutsche Auslieferungsanträge waren abschlägig beschieden worden. Astiz, der in Auslieferungshaft sitzt, werde vermutlich schon in Kürze frei gelassen, hieß es. (APA/dpa)

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