Neue Kredite für Argentinien

29. Jänner 2002, 16:01
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Es gibt je eine Milliarde von Weltbank und Entwicklungsbank

Washington/Buenos Aires - Das krisengeschüttelte Argentinien kann auf neue Milliardenkredite hoffen. Weltbank und interamerikanische Entwicklungsbank (IDB) stellten dem südamerikanischen Land am Montag (Ortszeit) jeweils eine Milliarde Dollar (1,2 Milliarden Euro) an Hilfskrediten in Aussicht. Mit dem Kredit sollten die grundlegende Gesundheits- und Nahrungsmittelversorgung sichergestellt, der Schulbesuch ermöglicht und den Gemeinden die Selbsthilfe ermöglicht werden, teilte die Weltbank mit. Die IDB kündigte an, bestehende Kredite für Sozialprogramme umzuwidmen. Die beiden Institutionen kündigten die Zahlungen nach einem Treffen mit dem Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF), Horst Köhler, an.

IWF, IDB und Weltbank zeigten sich in einer gemeinsamen Erklärung "tief besorgt" über die anhaltende wirtschaftliche und soziale Krise in Argentinien. Der IWF teilte mit, eng mit der Regierung in Buenos Aires bei der Ausarbeitung eines Wirtschaftsplans zusammenzuarbeiten. Bei der ersten Gewerkschaftsdemonstration seit dem Amtsantritt von Präsident Eduardo Duhalde hatten am Nachmittag (Ortszeit) in Buenos Aires bis zu 10.000 Menschen für "eine Million Arbeitsplätze" demonstriert. Duhalde wollte am Mittwoch mit Vertretern der Demonstranten zusammentreffen.

Köhler forderte von Argentinien eine übergreifende Wirtschaftsstrategie, um das hoch verschuldete Land mit weiteren finanziellen Mitteln unterstützen zu können. "Es ist ganz klar ein umfassender und schlüssiger Plan nötig, um die wirtschaftliche und soziale Krise zu überwinden. Wir müssen uns aber bewusst sein, dass nicht alles in ein paar Wochen saniert sein kann", sagte Köhler bei einer Rede in Washingon. (APA/AFP/Reuters)

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