USA: Arafat hat Chance für Palästinener-Staat verpasst

29. Jänner 2002, 07:07
posten

EU rufen Palästinenser zum Dialog auf

Sprecher: Bush hält jedoch weiter daran fest

Washington - Die USA haben Palästinenser-Präsident Yasser Arafat vorgeworfen, eine gute Chance für die Schaffung eines Palästinenser-Staates verpasst zu haben. Es sei so vieles möglich gewesen, doch die Palästinenser-Regierung habe den Weg der Gewalt beschritten und geschlossene Friedensabkommen verletzt, sagte US-Präsidialamtssprecher Ari Fleischer am Montag. US-Präsident George W. Bush bleibe dennoch davon überzeugt, dass am Ende eines Friedensprozesses auch ein unabhängiger Palästinenser-Staat geschaffen werden müsse.

Bush erklärte, er habe dem ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak telefonisch seine Enttäuschung über Arafat mitgeteilt. Arafat müsse den Terror bekämpfen und diejenigen festnehmen, die Terrorakte gegen Israel verübten, habe er Mubarak gesagt. Mubarak gilt als eine der wichtigsten Akteure im Nahost-Friedensprozess. Die USA hatten in den vergangenen Tagen eine zunehmend kritischere Haltung zu Arafat eingenommen. Der Palästinenser-Präsident ist von Israel in Ramallah im Westjordanland faktisch festgesetzt worden.

In Brüssel riefen die Außenminister der Europäischen Union Israel und die Palästinenser zum Dialog auf. Zudem beschloss die EU einen förmlichen Protest bei Israel wegen der Zerstörung eines Teils der mit EU-Hilfe aufgebauten Infrastruktur in den Palästinenser-Gebieten. Durch israelische Angriffe unter anderem auf den palästinensischen Rundfunksender und den Flughafen von Gaza sind Schäden in Millionenhöhe an EU-Projekten entstanden. (APA/Reuters)

Share if you care.