Mayr-Melnhof und Goess-Saurau reichste Aktionäre Österreichs

27. Jänner 2002, 18:35
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Auch Hannes Androsch liegt im Spitzenfeld

Wien - Die Industriellenfamilien Mayr-Melnhof und Goess-Saurau waren Ende 2001 die reichste Aktionäre Österreichs. Die beiden Familien verfügten zum Jahreswechsel mit ihrem 60-prozentigen Anteil am Faltschachtelerzeuger Mayr-Melnhof Karton AG über ein Aktienpaket im Wert von insgesamt 382,7 Mill. Euro (5,27 Mrd. S). Gegenüber dem Vorjahr hat sich das Aktienvermögen der beiden Familien damit noch einmal um 13,2 Prozent oder 44,6 Mill. Euro erhöht, berichtet das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe.

Platz zwei auf der Liste der reichsten Aktionäre Österreichs erreichte im Jahr 2001 Hermann Oberlehner, Gründer und Vorstand des am Neuen Markt notierenden Linzer Computer-Herstellers Gericom. Der Aktienkurs des Unternehmens, an dem Oberlehner 67 Prozent hält, legte im abgelaufenen Börsenjahr um 42,8 Prozent zu. Oberlehners Aktienvermögen hat sich damit um 67,2 Mill. Euro auf 224,2 Mill. Euro erhöht.

Verlierer: Frantsits und Palfinger

Die Familien Mayr-Melnhof/Goess-Saurau und Gericom-Vorstand Oberlehner gelten als die Gewinner des vergangenen Jahres. Die Industriellenfamilie Palfinger, drittreichste Aktionärsgruppe Österreichs, musste hingegen im vergangenen Jahr einen Verlust von 26 Prozent hinnehmen. Das 64-prozentige Aktienpaket der Familie am gleichnamigen Kranhersteller hatte Ende 2001 aber immer noch einen Wert von 137,3 Mill. Euro.

Weit mehr verloren hat im vergangenen Jahr Sanochemia-Hauptaktionär Werner Frantsits (137,1 Mill. Euro), Österreichs viertreichster Aktionär. Sein Aktienpaket büßte 2001 mehr als die Hälfte seines Werts ein. Statt zu Jahresbeginn 277,9 Mill. Euro war es mit Jahresende 2001 nur noch 137,1 Mill. Euro wert.

Verluste auch für Eybl

Schwere Rückschläge musste 2001 auch Ex-Finanzminister Hannes Androsch hinnehmen. Androsch, der in der Liste der reichsten österreichischen Aktionäre mit einem Gesamtwert seiner Aktienpakete von 97,9 Mill. Euro auf Platz sieben rangiert, hatte sowohl bei seiner 21,15-prozentigen Beteiligung am Leiterplattenhersteller AT&S als auch bei seiner 12,5-prozentigen Beteiligung am burgenländischen Kunststoffverarbeiter HTP Hight Tech Plastics AG Kursverluste zu verzeichnen. Insgesamt hat Androsch damit im Vorjahr 90,5 Mill. Euro verloren.

Verluste gab es auch für den Vorstandschef und Mitbesitzer des börsenotierten Autozulieferers Eybl International, Rudolf Pauli (57), der laut einem Bericht von "Format" vergangene Woche überraschend zurückgetreten ist. Die Eybl-Aktie verlor im vergangenen Jahr um 61,8 Prozent ihres Werts. Paulis 12 Prozent-Anteil war damit Ende 2001 nur noch 3 Mill. Euro wert, Pauli selbst damit auf Platz 67 unter Österreichs reichsten Aktionären. (APA, Der Standard, Printausgabe, 28.01.02)

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