Auf vier Beinen steht sich's besser

25. Jänner 2002, 19:33
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Revolutioniäre Umstrukturierung beim größten italienischen Industriekonzern

Turin - Der größte italienische Industriekonzern, Fiat SpA, hat vor dem Hintergrund einer gewaltigen finanziellen Schieflage eine revolutionäre Umstrukturierung vorgenommen. Grund für den Umbau in Industrie-, Finanz- und Managementsektor sind der hohe Schuldenberg und das schlechte Abschneiden der Autosparte, die 41 Prozent des Konzernumsatzes ausmacht.

Die neue vierteilige Struktur sieht eine Trennung in die zuletzt schwachen Automarken Fiat-Lancia und die wieder erstarkte Alfa Romeo vor. Dienstleistungen und Internationales Geschäft sind die beiden anderen Standbeine. Was Konzernchef Paolo Cantarella "akzentuierte Diversifikation" nennt, ist für viele Beobachter bereits der Ausstieg aus dem Autogeschäft. Denn in vier Jahren könnte General Motors (GM) sein Vorkaufsrecht für die restlichen 80 Prozent an Fiat Auto geltend machen.

Der Konzern weist Schulden von 7,5 Mrd. EURO (103,2 Mrd. S) aus, der Berg soll sich bis Ende 2002 auf drei Mrd. EURO reduzieren. Neben Werksstilllegungen sollen Tochterfirmen wie Magneti Marelli (Kfz-Teile), Teksid (Stahl), Fiat Engineering und die Beteiligung beim Mischkonzern Hdp abgegeben werden. (tkb, DER STANDARD, Printausgabe 26.1.2002)

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