Nordirland: 14 Jahre Haft für Bombenanschlag

25. Jänner 2002, 16:07
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Anschlag in Omagh hatte 29 Menschen das Leben gekostet - Bauarbeiter Colm Murphy hatte dabei nur "Hilfsrolle" gespielt - eigentliche Bombenleger noch frei

Dublin - Der schwere Bombenanschlag in der nordirischen Stadt Omagh, bei dem vor dreieinhalb Jahren 29 Menschen getötet und mehr als 300 verletzt wurden, ist erstmals von einem Gericht geahndet worden. Der Bauarbeiter Colm Murphy (49) wurde am Freitag von einem Kriminalgericht in Dublin wegen Verschwörung zu 14 Jahren Haft verurteilt.

"Jeder, der an einer Verschwörung zu einem so furchtbaren Verbrechen mit so schrecklichen Folgen beteiligt war, ist eines schweren Verbrechens schuldig", sagte der Richter bei der Verkündung des Strafmaßes unter dem Beifall von Angehörigen der Opfer. Murphy habe nur eine "Hilfsrolle" gespielt, doch habe ihm klar sein müssen, dass er dazu beitrage, das Leben vieler Menschen aufs Spiel zu setzen.

Zu dem Terrorakt hatte sich die extremistische Splittergruppe "Real IRA" (Wahre IRA) bekannt, die sich von der Terrorgruppe Irisch- Republikanischen Armee losgelöst hatte, als diese im Rahmen des Friedensprozesses von 1998 einen "Waffenstillstand" verkündet hatte. Murphy ist seit Jugendzeiten mehrere Male wegen Beteiligung an Terroranschlägen und Waffendelikten in Irland und in den USA verurteilt worden.

Die britische Polizei hat erklärt, sie wisse, wer die Bombenleger von Omagh seien. Allerdings verfüge sie nicht über Beweise und Zeugen, um vor Gericht eine Verurteilung zu erwirken. (APA/dpa)

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