Countdown für Bestellung der ORF-Direktoren läuft

27. Jänner 2002, 10:51
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Bewerbungsfrist zu Ende - Stiftungsrat Küberl möchte auch "Paradiesvögel" im ORF sehen

Die Bewerbungsfrist für die Positionen der neun ORF-Landesdirektoren sowie des Technischen und Kaufmännischen Direktors, des Programmdirektors, des Informationsdirektors und des Online-Direktors ist am Freitag abgelaufen. Wer sich beworben hat und wie viele Schreiben eingetroffen sind, wurde seitens des ORF auf APA-Anfrage mit dem Hinweis auf die Vertraulichkeit der Unterlagen nicht kommentiert. Bestellt werden die Direktoren am 8. Februar vom Stiftungsrat, vorgeschlagen werden die Kandidaten für die Kür von ORF-Generaldirektorin Monika Lindner.

Küberl will "Paradiesvögel"

Die Spekulationen um die Besetzung der zweiten Führungsebene im ORF laufen weiter auf Hochtouren. Als Favoriten werden nach wie vor die Landesintendanten Gerhard Draxler (Kärnten), Reinhard Scolik und Kurt Rammerstorfer gehandelt (etat.at berichtete). "Die Namen, die jetzt genannt werden, sind alles selbstverständlich mögliche Kandidaten", meinte am Freitag der als unabhängig geltende Stiftungsrat Franz Küberl. "Die Personen, von denen man jetzt in der Öffentlichkeit hört, haben natürlich einen riesigen Spagat vor sich: Sie müssen mithelfen, dass der ORF noch einmal seine Qualität steigert - was dem ORF zuzutrauen ist - und gleichzeitig darauf achten, dass sie die Marktanteile des ORF halten."

"Es ist das Recht der Generaldirektorin, dass sie ein Team aussucht, mit dem sie arbeiten kann", so Küberl weiter. Aber: "Der ORF lebt schon auch davon, dass er genug 'Paradiesvögel' in seinen Reihen hat, und es wird schon spannend sein, welche 'Paradiesvögel' die Frau Generaldirektorin noch aus dem 'Nähkästchen' zaubert."

Der ORF als produktiver Provokateur

Es werde für den ORF auch vor dem Hintergrund der absehbaren Privat-TV-Konkurrenz eine Herausforderung sein, künftig kreatives Potenzial an sich zu binden, so Küberls Einschätzung. Und: "Der ORF wird sicher auch in Zukunft ein produktiver Provokateur sein müssen." Die neue Geschäftsführung müsse daher nach einem "Kurs der produktiven Unruhe" trachten.

Darüber hinaus stünden Bemühungen um eine "faktische Entpolitisierung" an, nachdem diese im ORF-Gesetz grundsätzlich verankert wurde. Küberl: "Da würde ich die Länder gerne miteinbezogen sehen. Die Entpolitisierung soll auch in den Bundesländern sichtbar sein." (APA)

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