mica sieht sich "saniert"

24. Jänner 2002, 19:08
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"Finanziell und inhaltlich": Die Datenbank des 'music information center austria' kommt nach und nach in Schwung

Wien - Als "finanziell und inhaltlich saniert" bezeichnete mica-Vorstandspräsident Christian Scheib das "music information center austria" bei einem Pressegespräch am Donnerstag in Wien. Mit einem Umstrukturierungskonzept und konsequenten Sparmaßnahmen sei in den ersten beiden Jahren der Amtszeit des geschäftsführenden Direktors Peter Rantasa eine Konsolidierung gelungen. Man habe national und international breite Anerkennung als Serviceeinrichtung des österreichischen Musiklebens und als Kompetenzzentrum in den Bereichen Musik, Technologie, Recht und Wirtschaft gefunden.

1.223 umfangreiche Anfragen aus aller Welt zur heimischen Musik wurden im Vorjahr dokumentiert. Die Zahl der jährlichen Einzelbetreuungen beläuft sich auf rund 4.650. Mit 28 Expertenbeiträgen war das mica 2001 in der nationalen und internationalen Medienöffentlichkeit und auf Fachkonferenzen präsent und schuf so auch eine Grundlage für vermehrte internationale Kooperationen.

European Music Navigator in Vorbereitung

Als Arbeitsschwerpunkt für das Jahr 2002 nannte Rantasa die Fertigstellung der umfassenden Datenbanken, die ab Jänner schrittweise online abfragbar gemacht werden. Sie enthalten derzeit Informationen zu 2.800 KomponistInnen und MusikerInnen, 900 Bands und Ensembles, rund 40.000 Werken und 5.000 Einträge mit Informationen etwa zu Veranstaltern, Tonstudios, Ausbildungs- und Fördereinrichtungen in Österreich. Bis Ende April sollen KünstlerInnenbiografien und die "Musikleben-Dantenbank" in Internet verfügbar sein, ihre Werklisten werden in der zweiten Jahreshälfte auf www.mica.at gestellt. Ebenfalls im ersten Halbjahr 2002 geht der European Music Navigator online, ein von der EU gefördertes Projekt, das das mica als Leiter eines internationalen Konsortiums vorbereitet. Ziel ist die Schaffung eines gemeinsamen Internetzugangs zu allen Datenbeständen der europäischen Musikinformationszentren.

Weiterhin, so Rantasa, will man angesichts der rückläufigen Zahlen im Musikmarkt und der tief greifenden Veränderungen im Bereich der Musikproduktion und -distribution die Entwicklung von musikpolitischen Leitlinien vorantreiben, in denen die Kräfte aus Kultur-, Wirtschafts-, Finanz-, Bildungs-, Außen- und Justizpolitik auf nationaler und globaler Ebene gebündelt werden sollen. In Anlehnung an international erfolgreiche Modelle wurde den musikpolitischen Ansprechpartnern bereits vergangenen Herbst ein Strukturvorschlag zur Schaffung eines koordinierenden "Austrian Music Export Office" vorgestellt, das Labels, Verlage und selbstvermarktende KünstlerInnen bei ihrem internationalen Marktauftritt unterstützen soll. (APA)

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