Ein Staat für 600 Völker

24. Jänner 2002, 13:58
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Ausstellung widmet sich dem "unbekannten" Land am Nil: dem Sudan

Wien - Nach der Tibet-Schau im Vorjahr widmet sich die diesjährige Ausstellung auf Schloss Schallaburg dem Sudan. Von Mai bis Anfang November wird das Zusammentreffen der Kulturen im größten Staat Afrikas gezeigt. Die Gestaltung der Präsentation nimmt auf das Land Bezug: Die Besucher gehen auf Lehmboden und erleben die Gerüche und Geräusche eines arabischen Basars.

Das "unbekannte" Land am Nil wird von rund 600 ethnischen Gruppierungen bewohnt. Im Norden dominieren die arabische Kultur und der Islam, im Süden haben schwarzafrikanische Völker ihre ursprüngliche Lebensweise bewahrt. Der Sudan zählt zu den ältesten Siedlungsgebieten Afrikas, prächtige Tempel und Pyramiden sind Zeugen einer längst vergangenen Hochkultur.

Der "Schwarze Sudan"

In der Ausstellung lernt man den "Schwarzen Sudan" kennen, der von verschiedenartigen Völkern bewohnt wird: Die Shilluk leben unter einem Gottkönig, in dessen Händen sich alle Macht konzentriert; die Dinka sind Viehzüchter, haben strenge Regeln des Zusammenlebens, erkennen aber keine staatliche Autorität an. Die Nomaden im Norden des Landes haben eine andere Lebensweise, die stärksten Volksgruppen sind die Beja und die Raschiden. Die Handedowas gelten als Krieger des Mahdi, sie kämpfen heute noch mit dem Schwert und sind kriegerisch. Die Raschiden züchten auch Rennkamele, die in die ganze arabische Welt verkauft werden. Auch der Sudan besitzt Zeugen einer längst vergangenen Hochkultur. Prächtige Tempel und Pyramiden sind noch erhalten.

Die Ausstellung befasst sich auch mit dem Schicksal österreichischer Forscher wie Rudolf Slatin und Franz Binder sowie mit der Zeit des Mahdi, des "Erwarteten", der mit seinen Anhängern gegen die ägyptisch-britischen Armeen zu Felde zog. Zur Schau erscheint auch ein reichlich bebilderter Katalog. (APA)

Sudan-Ausstellung auf Schloss Schallaburg

Mai bis Anfang November, Telefon 02754/6317
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