Reden und Tipps gegen Arbeitslosigkeit

23. Jänner 2002, 21:30
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Opposition kritisiert zu geringe Aktivität der SP-Regierung

Wien - Die VP rief gestern, Mittwoch, zum Sondergemeinderat. Es stand die Beschäftigungssituation in Wien zur Diskussion. Ende Dezember 2001 wurden 80.218 Arbeitslose registriert, was laut Arbeitsmarktservice eine Steigerung von 25,8 Prozent zum Vorjahr bedeute.

Bauinvestitionsprogramm

VP-Klubobmann Bernhard Görg redete sich wahrlich in Rage über den "wirtschaftspolitischen Wahnsinn", den die allein regierende SPÖ verzapfe. Er fordert ein Bauinvestitionsprogramm. Kritik und Vorschläge zur Verbesserung der Situation hatten auch die Co-Oppositionellen von Freiheitlichen und Grünen: Hilmar Kabas, Klubobmann der FP, glaubt, dass der Wirtschaftsstandort Wien "sich sehr verschlechtert" habe. Er schlägt daher vor, Lehrlingsaktionen und Unternehmensgründungen zu unterstützen. Grünen-Gemeinderätin Monika Vana beklagte, dass seitens der Stadt "nicht adäquat" auf die angespannte Situation am Arbeitsmarkt reagiert werde. Sie forderte ein Aktionsprogramm zur Bekämpfung der Frauenarbeitslosigkeit.

Finanzstadtrat Sepp Rieder (SP) nahm die Oppositionskritik gelassen und sich danach 40 Minuten Zeit, sein Programm zur "offensiven Konjunktur- und Beschäftigungspolitik" zu wiederholen. Kopf-schüttelnd nahm Rieder die Kritik von Christoph Chorherr (Grüne) zur Kenntnis, wonach die Frauenarbeitslosigkeit in den westlichen Bundesländern geringer sei als in Wien, man möge sich daher ein Beispiel nehmen. Rieder konterte, dass in Wien an sich die höchste Beschäftigungsquote bei Frauen herrsche. Das spiegle sich umgekehrt auch in der Arbeitslosenzahl wider. In Wien sind 365.000 Frauen werktätig. In der Steiermark etwa nur halb so viele. (aw, DER STANDARD Print-Ausgabe 2002)

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