Ein Sturm von EU-Österreichern

23. Jänner 2002, 19:47
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Forum Alpbach lädt zu Kongressexperiment in Innsbruck

Innsbruck - Auch mehr als sieben Jahre nach dem Beitritt Österreichs zur Europäischen Union sei "einem Großteil der Österreicher eigentlich noch immer total unbekannt, wie das in der Union in der Praxis funktioniert", erklärte Erhard Busek am Mittwoch dem STANDARD. Dazu einen aufklärenden Beitrag zu leisten und EU-Praktiker mit Interessierten an einen Ort zu bringen, das sei der Grundgedanke gewesen für eine dreitägige Veranstaltung, zu der das Europäische Forum Alpach bis Samstag nach Innsbruck eingeladen hat. Unter dem Titel "Europa und Österreich aus der Sicht von Akteuren" werden rund vierzig "Österreicher in Brüssel" in verschiedenen Arbeitskreisen und bei Podiumsveranstaltungen miteinander und mit dem Publikum diskutieren.

Busek, der sein Amt als "Alpbach-Präsident" neben seiner Funktion als EU-Koordinator für den Stabilitätspakt für den Balkan beibehalten hat, sieht die Aktion vor allem auch in Verbindung mit der nahen EU-Erweiterung: "Da taucht immer wieder die Frage auf: Gibt's in der EU Österreicher? Wo sind die? Man muss die herzeigen."

Österreicher-Netzwerk

Gemeinsam mit dem Herbert-Batliner-Europainstitut, der Universität Innsbruck und der Wirtschaftskammer ist es dem Forum gelungen, flächendeckend Leute aus praktisch aus allen EU-Institutionen, aber auch des Europarats wie auch der Nato nach Innsbruck zu bringen - eine in dieser Dichte einmalige "Österreicher in Europa"-Veranstaltung. Von EU-Kommissar Franz Fischler abwärts sollen Gerichtspräsidenten, hohe EU-Beamte oder Botschafter dem Publikum zur Verfügung stehen und ein Panoptikum praktischer EU-Arbeit abgeben. (tom)

(DER STANDARD, Printausgabe, 23.1.2002)
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