Fünf Milliarden Euro für Afghanistan

22. Jänner 2002, 14:47
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Tokio - Die internationale Gemeinschaft unterstützt den Wiederaufbau in Afghanistan in den kommenden fünf Jahren mit mehr als 4,5 Milliarden Dollar (5,1 Milliarden Euro/70,3 Milliarden S). Gut zwei Milliarden Euro sollen bereits in diesem Jahr fließen, das entspricht etwa 0,8 Prozent des deutschen Bundeshaushalts für 2002. Die Nachrichtenagentur AFP gibt einen Überblick über die wichtigsten Einzelbeiträge:

Die EUROPÄISCHE UNION stellt mit insgesamt 600 Millionen Euro für das laufende Jahr den größten Beitrag zur Verfügung. 400 Millionen Euro davon kommen aus den 15 Mitgliedstaaten, der Rest aus dem Etat der EU-Kommission. Für die kommenden fünf Jahre stellte die EU Hilfen von insgesamt einer Milliarde Euro in Aussicht.

DEUTSCHLAND sagte für die kommenden vier Jahre jeweils 80 Millionen Euro zu, das entspricht je knapp 2,2 Prozent des Entwicklungshilfebudgets. Darin ist auch die im Rahmen der EU geleistete Hilfe enthalten. Nach Angaben von Entwicklunghilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) erhöht sich dieser Betrag noch um den deutschen Beitrag für die Hilfen der EU-Kommission. Die deutsche Hilfe von 320 Millionen Euro entspricht knapp 6,3 Prozent der gesamten Zusagen.

Die USA sagten für das laufende Jahr umgerechnet etwa 336 Millionen Euro zu.

JAPAN, der Gastgeber der internationalen Geberkonferenz, stellt für die nächsten zweieinhalb Jahre bis zu 567 Millionen Euro zur Verfügung. Davon soll die Hälfte bereits diesem Jahr ausgezahlt werden.

Die ASIATISCHE ENTWICKLUNGSBANK und die WELTBANK stellen über zweieinhalb Jahre, das ist die Amtszeit der Interimsregierungen, jeweils rund 565 Millionen Euro bereit.

SAUDIARABIEN stellt für drei Jahre knapp 250 Millionen Euro bereit.

Der IRAN will dem Nachbarland Afghanistan binnen fünf Jahren etwa 135 Millionen Euro zur Verfügung stellen.

PAKISTAN, das in der Vergangenheit noch die mittlerweile entmachteten Taliban unterstützt hatte, sagte für den gleichen Zeitraum 113 Millionen Euro zu.

Weitere Hilfe kündigten unter anderem Kanada, Australien, Frankreich, Italien, Großbritannien, Norwegen, die Niederlande, die Schweiz, Österreich, die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait, Indien, China und die Islamische Entwicklungsbank an. Russland nannte keine konkrete Summe. (APA)

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