"Fläche im Raum": Veranstaltungsreihe zum öffentlichen Raum

25. Jänner 2002, 13:25
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Wien - "Fläche im Raum" nennt sich eine Veranstaltungsreihe im Architekturzentrum Wien (AZW), in deren Rahmen ab Dienstag an vier Abenden realisierte oder geplante Projekte internationaler ArchitektInnen zur Gestaltung öffentlichen Raums präsentiert werden. Ziel der Veranstaltung, die in Zusammenarbeit mit und auf Anregung der Ebenseer Betonwerke und der Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie (VÖZ) entstand, ist sowohl die Anregung des öffentlichen Diskurses zu architektonischen Fragen als auch der vermehrte produktive Austausch zwischen Industrie und Architektur, hieß es bei der heutigen Pressekonferenz im AZW.

"Wir bauen nicht um des Bauens willen, sondern um einen Bedarf zu befriedigen", erläuterte VÖZ-Geschäftsführer Ernst Roubin seine Motivation, im Rahmen der Veranstaltungsreihe auch öffentliche Bedürfnisse besser kennen zu lernen. Die VÖZ, eine Kommunikations-und Informationsplattform zum Werkstoff Beton, die auch ein eigenes Forschungslabor betreibt und außerdem seit zwölf Jahren einen Architekturpreis ausschreibt, verstehe sich als "Partner für Architekten, Planer und Endverbraucher".

Wolfgang Rieder, seit acht Monaten Geschäftsführer der Ebenseer Betonwerke, will mit dem verstärkten Brückenschlag zwischen Architektur und Industrie "Ansprüche der Architekten besser in die Produktentwicklung integrieren." So werde derzeit, angeregt von einer Vision des niederländischen Architekten Rem Kolhaas und seines OMA (Office for Metropolitan Architecture), an der Entwicklung von durchschimmerndem Beton gearbeitet, etwa durch die Bindung mit Glaspartikeln. Für AZW-Leiter Dietmar Steiner ein Beispiel für das "Riesenpotenzial", das die Werkstoffentwicklung derzeit für die Architektur bedeutet.

Eröffnet wird die Veranstaltungsreihe heute, 18 Uhr, mit dem Thema "Der städtische Platz" als Träger von Geschichte, Ort der kritischen Erinnerung, Erholungsraum und Begegnungsort. Der Wiener Planungsstadtrat Rudolf Schicker stellt das Programm für Platzgestaltung der Stadt Wien vor. Präsentiert werden weiters drei konkrete Architekturbeispiele, die sich durch auf den ersten Blick unbauliche Maßnahmen wie Lichtsysteme oder Wasserfontänen auszeichnen: Alfredo Arribas aus Barcelona stellt sein zu realisierendes Projekt für den Wiener Schwarzenbergplatz vor, Christian Drevet seine Gestaltung der Place des Terraux in Lyon, und Riccione Architekten (Clemens Bortolotti, Tilwin Cede, Mario Ramoni) ihr Konzept für den Tiroler Landhausplatz in Innsbruck, das an das Innsbrucker "Arbeitserziehungslager Reichenau" in der Nazizeit erinnern soll. Moderiert wird der Abend von Stararchitekt Boris Podrecca.

Thema am 16. April ist dann der Grünraum, am 11. Juni der Dorfplatz und am 15. Oktober der Stadtrand.

Im Juni wird übrigens der zweijährlich und heuer zum zweiten Mal ausgeschriebene Europäische Preis für städtischen öffentlichen Raum vergeben. Die Einreichfrist läuft bis 31. März. Informationen beim AZW. (APA)

"Fläche im Raum", Veranstaltungsreihe zur Gestaltung öffentlichen Raums, 22.1., 16.4., 11.6. und 15.10., jeweils 18-21 Uhr, Architekturzentrum Wien, 7., Museumsplatz 1, www.azw.at
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