Valentino wehrt sich gegen Verkauf an Amerikaner

22. Jänner 2002, 12:23
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Ungewissheit über Zukunft der Luxusmarke - Stardesigner droht mit Veto und Rückzug

Rom - Die Mailänder Finanzholding HDP, die seit 1998 das Modeunternehmen des italienischen Stardesigners Valentino kontrolliert, will sich von der Lxusmarke trennen. Die Holding, die sich künftig ausschließlich auf das Kerngeschäft, die Medien- und Kommunikationsbranche, konzentrieren will, verhandelt bereits mit einer amerikanischen Gruppe, die an dem Modehaus stark interessiert ist, berichtete am Dienstag die römische Tageszeitung "Il Tempo".

Valentino könnte jedoch HDP Schwierigkeiten machen. Er wehrt sich gegen den Verkauf an eine Gesellschaft, die nicht mehrheitlich in der Modewelt aktiv ist. "Die Verhandlungen sind offen, es gibt noch keinen Vorzugskandidaten", berichtete der Geschäftsführer des römischen Modehauses, Fabio Giombini. Indiskretionen zufolge ist Valentino aber bereit, sich einem Abschluss in den Weg zu stellen, sollte HDP sich für einen Käufer entschließen, der seinen Vorstellungen nicht entspricht.

Ruhestand?

Das Abkommen zwischen Valentino und HDP sieht vor, dass die Mailänder Holding zwar die Marke verkaufen kann, der Modemacher, der für die kreative Seite verantwortlich ist, hat aber das letzte Wort. Sollte der König der italienischen Luxusschneider mit den Käufern seines Modeunternehmens nicht einverstanden sein, könnte er aus Protest sogar Ende des Jahres in den Ruhestand treten oder vorübergehend seine Arbeit aufgeben, berichtete die Tageszeitung.

HDP will sich nicht nur von Valentino, sondern auch vom Sportbekleidungshersteller Fila trennen. Die Holding hält eine 54,5-prozentige Beteiligung an dem Sportbekleidungsriesen, der in den vergangenen Jahren rote Zahlen geschrieben hat. HDP sondiert gerade die Möglichkeit, in kurzer Zeit die an der Wall Street notierte Fila zu veräußern. (APA)

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