Musharraf hält Krieg für unwahrscheinlich

21. Jänner 2002, 18:44
posten

Pakistans Präsident schränkt jedoch ein: "Außer jemand macht etwas Verrücktes"

Neudelhi/Islamabad - Pakistans Präsident Pervez Musharraf hält nach eigenen Angaben einen Krieg mit Indien trotz der jüngsten Spannungen für unwahrscheinlich. In einem am Montag veröffentlichten Interview mit dem US-Magazin "Newsweek" sagte der General, wenn nicht jemand etwas Wahnsinniges tue, werde es seiner Einschätzung nach keinen Krieg geben. Bei Zusammenstößen im indischen Teil Kaschmirs wurden nach Polizeiangaben am Montag 21 Menschen getötet, darunter acht Kinder.

"Ich versichere Ihnen von einem militärischen Gesichtspunkt, von einem diplomatisch-politischen Gesichtspunkt aus gesehen glaube ich nicht, dass es Krieg geben kann - außer jemand macht etwas Verrücktes, aber diese Möglichkeit besteht immer", sagte Musharraf dem Magazin. Indien habe die Bereitschaft einiger Truppenteile zurückgestuft und einige für eine Offensive wichtige Bodentruppen nicht verlegt. Der Konflikt um Kaschmir sei weiterhin einer der gefährlichsten auf der Welt, fügte Musharraf hinzu. Deshalb müsse das Kernproblem des Konflikts gelöst werden.

Pakistan und Indien haben seit dem Überfall im Dezember insgesamt etwa eine Million Soldaten in Kaschmir zusammengezogen. Fast täglich kommt es zu Gefechten. Die Staaten haben seit ihrer Unabhängigkeit von Großbritannien 1947 drei Kriege gegeneinander geführt, davon zwei um Kaschmir. Inzwischen verfügen beide Seiten über Atomwaffen. Die USA bemühen sich um eine Vermittlung in dem Konflikt. (APA/Reuters)

Share if you care.