Erstmals interne Kritik an Kür Stoibers zum Kanzlerkandidaten

20. Jänner 2002, 14:07
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Süssmuth kritisiert Verfahren - Für Merkel Nominierung zum richtigen Zeitpunkt

Berlin/Ansbach - In der CDU ist Kritik am Verfahren zur Berufung von CSU-Chef Edmund Stoiber zum Kanzlerkandidaten der Union laut geworden. Wie der bayerische Ministerpräsident nominiert worden sei, habe "viel mit Demoskopie und weniger mit Demokratie zu tun", sagte die frühere Vorsitzende der Frauenunion und Ex-Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth (CDU) der "Bild am Sonntag". "Die Landesvorsitzenden der CDU haben jetzt ihr Votum öffentlich abgegeben, nicht in einem geregelten Verfahren."

Für die Zukunft sollten CDU und CSU ein neues, "sauberes Verfahren" entwickeln, forderte Süssmuth. Sie schlug vor, den Kandidaten entweder auf einem gemeinsamen Bundesparteitag der zwei Unionsparteien zu wählen oder alle CDU- und CSU-Mitglieder zu befragen.

Dagegen ist die Nominierung Stoibers nach Überzeugung der CDU- Vorsitzenden Angela Merkel genau zum richtigen Zeitpunkt geschehen. Erstmals seit langem profitiere die Union von der Schwäche der Bundesregierung. Daher sei es richtig gewesen, jetzt über die "K- Frage" zu entscheiden, sagte Merkel am Sonntag bei einer CSU- Veranstaltung im fränkischen Ansbach. Es war Merkels erster Auftritt in Bayern seit ihrem Verzicht auf die Kanzlerkandidatur. (APA/AP/dpa)

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