EZB räumt Fehleinschätzungen bei Einführung des Euro-Bargelds ein

20. Jänner 2002, 19:39
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Umstellung so gut wie abgeschlossen

Frankfurt/Main - Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Bargeldbedarf bei der Euro-Umstellung nach Worten eines führenden Beamten zunächst unterschätzt. Eine starke Nachfrage nach Euro-Bargeld sei früher als erwartet entstanden, sagte der für Finanzmarktsteuerung zuständige EZB-Generaldirektor Francesco Papadia der "Börsen-Zeitung". Inzwischen ist die Umstellung auf das Euro-Bargeld für die Verbraucher nach Mitteilung der EZB so gut wie abgeschlossen.

Knapp drei Wochen nach Einführung des Euro-Bargelds seien mehr als 90 Prozent der nach Schätzungen benötigten Banknoten in Umlauf, berichtete die EZB. 95 Prozent der Bargeld-Transaktionen würden bereits in Euro getätigt.

Wechsel innerhalb zwei Wochen vollzogen

Nach Papadias Worten habe die EZB angenommen, dass der Wechsel auf die neue Währung zwei Monate dauern würde. Tatsächlich sei er schon weitgehend innerhalb der ersten beiden Wochen vollzogen worden. Zugleich seien die alten Währungen aber langsamer als geplant zurückgeflossen, da die Geldtransporter mit der Auslieferung des neuen Bargelds ausgelastet gewesen seien. Im Nachhinein sei klar, dass die Zuteilungen bei den Hauptrefinanzierungsgeschäften nach Jahresbeginn größer hätten sein können. Angesichts der einmaligen Situation habe die EZB dies im Vorhinein aber nicht wissen können.

Der EZB zufolge waren bis zum Donnerstag 8,1 Mrd. Euro-Banknoten im Wert von 204,9 Mrd. Euro in Umlauf. Zugleich seien noch nationale Banknoten im Wert von 148,7 Milliarden Euro in Umlauf gewesen. Eine Woche zuvor sei dieser Wert bei 190,6 Mrd. Euro gelegen. Auch in Sachen Falschgeld gab die EZB Entwarnung: Bislang sei nur eine "begrenzte Zahl an unfachmännischen" Euro-Blüten aufgetaucht, die in den meisten Fällen von den Einzelhändlern schnell erkannt worden seien. (APA/dpa)

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