VW ruft nach Kat-Problemen 370.000 Autos in Nordamerika zurück

20. Jänner 2002, 15:43
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Höhere Abgaswerte - Software-Update soll Fehler beheben

Wolfsburg/Auburn Hills - VW hat in Nordamerika nach Katalysator-Problemen eine umfangreiche Rückrufaktion gestartet. Insgesamt geht es laut Volkswagen of America um 370.000 Fahrzeuge der Typen Golf, Jetta und New Beetle. Ein Sprecher der US-Umweltbehörde EPA (Environmental Protection Agency) sagte: "Wir bewerten dies als ein bedenkliches Emissions-Problem, das eine bedeutende Zahl von Fahrzeugen betrifft."

Ein VW-Sprecher betonte: "Es handelt sich nicht um ein Sicherheitsproblem, sondern um minimal erhöhte Abgaswerte." Der zu Grunde liegende Fehler der Software-Steuerung des Katalysators trete nur in Fahrzeugen für den US-Markt auf und werde kostenlos behoben. Zu den Kosten für VW wollte der Sprecher nichts sagen, sie könnte sich aber auf einige Millionen Euro summieren.

EPA-Experte Tom Ball erklärte, die US-Umweltbehörde habe bei Tests an einem VW, der die strengen kalifornischen Abgasnormen erfüllt, wegen des Katalysator-Fehlers bei Kohlenwasserstoffen eine 27-fach über US-Grenzwerten liegende Emission festgestellt, bei Kohlenmonoxid eine 1,5-fache. Grund sei, dass die Lambda-Sonde des Katalysators bei kalter und feuchter Witterung durch einen "thermischen Schock" ausfallen könne, weil sie sich dann zu schnell aufheizt und reißt.

Schon 2001 über Problem informiert

Der VW-Sprecher sagte, das Unternehmen habe die EPA bereits im Frühjahr 2001 selber über das Problem informiert. Seitdem sei die neue Software entwickelt und in Dauerlaufversuchen getestet worden. Er wies Angaben der US-Umweltbehörde zurück, wonach bereits vor Beginn der VW-Rückrufaktion bei 20 Prozent der betroffenen Fahrzeuge Reparaturen an der Lambda-Sonde vorgenommen worden seien. Ball sagte dagegen unter Bezug auf VW-Angaben in den USA, bei 20 Prozent oder bis zu 65.000 der Fahrzeugen seien in der Regel die Lambda-Sonden ausgetauscht worden, wodurch aber die Ursache für den Ausfall nicht beseitigt wurde.

Laut VW wird der Software-Fehler durch ein Update behoben. Die vorausgegangenen Reparaturen hätten Kunden wegen der dreijährigen Garantiefrist nicht zahlen müssen. Sollte vor der Rückrufaktion bei Katalysator-Fehlern in den Werkstätten in der Regel die Lambda-Sonde ausgetauscht worden sein, hätte dies laut ADAC rund 150 Euro (2.064 S) pro Stück gekostet. Bei nur 10.000 Fahrzeugen wären das 1,5 Mill. Euro. Hinzu kommt jetzt das Software-Update, das laut VW allerdings nur kurze Zeit in Anspruch nimmt. (APA/dpa)

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