Dorfmeister gewinnt Riesentorlauf von Berchtesgaden

22. Jänner 2002, 16:03
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Die Österreicherin übernimmt wieder die Führung im Weltcup

Bischofswiesen - Dank Michaela Dorfmeister hat es am Kitzbühel-Samstag auch bei den Damen einen ÖSV-Weltcupsieg gegeben. Drei Wochen nach dem Debakel von Marburg deklassierte die Österreicherin beim Riesentorlauf in Bischofswiesen mit zweimaliger Laufbestzeit ihrerseits die Konkurrenz. Dorfmeister siegte 1,01 Sekunden vor der Norwegerin Stina Nilsen sowie 1,11 vor Genevieve Simard (CAN) und kassierte für ihren elften Weltcupsieg, der ihr wieder die Weltcup-Führung brachte 23.876 Euro (328.543 Schilling).

Im ersten Lauf trotz Fehler Bestzeit

Im ersten Durchgang hatte Dorfmeister noch über sich selbst gestaunt, weil sie trotz eines "Stehers" Bestzeit vor der Schweizerin Corinne Rey-Bellet gefahren war. Auf dem relativ flachen Götschen (Weltmeisterin Sonja Nef war nach Platz vier sauer: "Der Hang ist nicht weltcupwürdig!") bewies die Niederösterreicherin, dass sie ihr gutes Gefühl vor dem Rennen nicht getäuscht hatte. Hinter ihr blieb freilich kein Stein auf dem anderen. Junge wie Nilsen, Simard (Startnummer 46) oder die Junioren-Weltmeisterin Fraenzi Aufdenblatten (von Platz 21 nach dem ersten Lauf auf 6) preschten nach vorne, andere stürzten dafür kräftig ab.

Hocke fahren war ein Schlüssel

Nur Dorfmeister fasste nochmals in die Trickkiste und wiederholte so ihren Sieg von vor zwei Jahren. Ihr Geheimnis: "Ich bin öfter als alle anderen in Position gefahren. Pro Lauf sicher zehn Mal, weil mir schon beim Besichtigen klar war, dass hier mit Hocke enorm viel weiter geht", erzählte Dorfmeister, womit sie der Konkurrenz auf dem flachen Hang ein Schnippchen geschlagen hatte. "Außerdem ist das Selbstvertrauen seit Saalbach wieder da."

Eine "Wunderheilung", war sie doch Anfang Jänner noch über drei Sekunden hinter der Konkurrenz? Dorfmeister: "Das Training zuletzt war sehr sehr gut, da hat es richtig klick gemacht. Das Gefühl ist wieder zurück gekommen", erklärte Dorfmeister die Gründe für ihren zweiten Saisonsieg. Damit haben die ÖSV-Mädchen drei Saisonsiege zu Buche stehen.

Aha-Erlebnis nur bei Dorfmeister

Dorfmeister war mit ihrem Aha-Erlebnis zumindest im Berchtesgadner-Land noch ziemlich allein. Denn ihre ÖSV-Teamkolleginnen konnten den zuletzt aufkeimenden Optimismus nicht in Erfolge ummünzen. Brigitte Obermoser fiel nach Platz sechs auf Rang 24 zurück und verließ bitter enttäuscht den Zielraum, Renate Götschl schaffte nicht einmal die Qualifikation für den zweiten Lauf. Und Alexandra Meissnitzer war nach einwöchigem Sondertraining als 15. zwar zweitbeste Österreicherin, aber den Tränen nahe. "Ich trete auf der Stelle", sagte sie. (APA)

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