UNO-Notappell zu Flüchtlingshilfe bleibt wirkungslos

17. Jänner 2002, 18:48
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35.000 Vertriebene sind allein in den letzten zwei Wochen zurückgekehrt

Islamabad - Mehr als 35.000 afghanische Flüchtlinge aus Pakistan und Iran sind in den ersten beiden Jännerwochen nach Afghanistan zurückgekehrt. Etwa 25.000 Menschen verließen die Flüchtlingslager in der pakistanischen Provinz Belutschistan, wie ein Sprecher des UNO-Flüchtlingshilfswerks UNHCR amDonnerstag in Islamabad mitteilte. Etwa 11.000 Personen kehrten über den Grenzposten Dogharun im Nordosten des Iran zurück in ihr Heimatland. Seit dem Sturz der Taliban-Herrschaft in Kabul Mitte November kamen demnach etwa 47.000 Menschen zurück in die afghanische Hauptstadt.

Nach Angaben des UNHCR-Sprechers kehrten auch die Mitarbeiter des UNO-Flüchtlingshilfswerkes und anderer Hilfsorganisationen zurück in die Stadt Kandahar im Südosten Afghanistans. Sie hatten die Stadt nach den Terroranschlägen in den USA verlassen. Laut einer UNHCR-Studie von Dezember sind in der Region Kabul und den Zentralprovinzen Ghasni, Logar und Wardak noch 250.000 Menschen auf der Flucht. In den zwölf neuen Flüchtlingslagern, die das UNHCR in Pakistan nahe Belutschistan und in der Provinz an der Nordwestgrenze errichtete, wurden fast 130.000 Flüchtlinge aufgenommen.

Der Appell der Vereinten Nationen zu Nothilfe für Afghanistan ist in der internationalen Gemeinschaft ohne Resonanz geblieben. "Es ist sehr enttäuschend", sagte UNO-Sprecher Ahmed Fawzi am Donnerstag in Kabul. Er hatte die Weltgemeinschaft am Montag zu dringenden Überweisungen für das vor dem Bankrott stehende Land aufgerufen. Die Übergangsregierung brauche noch vor dem Beginn der Geberkonferenz in Tokio kommende Woche Mittel, um die seit mehr als sechs Monaten unbezahlten Beamten zu entlohnen. US-Außenminister Colin Powell hatte Afghanistan zuvor bei seinem ersten Besuch in Kabul zwar langfristige US-Unterstützung, machte allerdings keine konkreten Zusagen. "Versprechen sind gut, Geld ist besser", sagte Fawzi dazu.

In der Schweiz hat das Eidgenössische Volkswirtschaftsdepartement am Donnerstag die Finanzsanktionen gegen Personen und Firmen mit Bezug zu den Taliban, Osama bin Laden und dessen Organisation El-Kaida ausgeweitet. Die Liste wurde um acht weitere Namen ergänzt. Gleichzeitig wurden die afghanische Zentralbank "Da Afghanistan Bank" sowie die Luftverkehrsgesellschaft "Ariana Afghan Airlines" von der Liste gestrichen.(APA)

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