Serbe wegen Völkermord-Verdachts festgenommen

17. Jänner 2002, 14:17
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Mobiles Einsatzkommando schlug in Deutschland zu

Karlsruhe - Die deutsche Bundesanwaltschaft hat einen jugoslawischen Staatsangehörigen unter dem dringenden Verdacht der Beihilfe zum Völkermord und des dreifachen Mordes festnehmen lassen. Nach Angaben der obersten deutschen Anklagebehörde vom Donnerstag wurde der Serbe an diesem Dienstag durch ein mobiles Einsatzkommando des Bundeskriminalamts in Hürth bei Köln festgenommen.

Er soll sich in Bosnien-Herzegowina an der Ausrottungspolitik, der "ethnischen Säuberung" gegen die moslemische Bevölkerung beteiligt haben, die die serbische Führung nach dem Auseinanderbrechen Jugoslawiens und der Unabhängigkeit Bosnien-Herzegowinas 1992 betrieb. Nach Erkenntnissen der deutschen Bundesanwaltschaft gehörte der 36-Jährige im Gebiet seiner Heimatstadt Visegrad einer bewaffneten Gruppe an. Er soll an der Ermordung dreier Moslems beteiligt gewesen sein.

Eines der Opfer habe er im Juni 1992 mit den Füßen an ein Auto gefesselt und so lange hinter dem Fahrzeug hergezogen, bis der Mann tot war. Im selben Monat soll er zwei Gefangene auf einer Brücke grausam misshandelt und dann getötet haben.

Der beschuldigte Serbe lebt seit Herbst 1992 in Deutschland. Der Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs hatte am Montag Haftbefehl erlassen. Am Mittwoch ordnete er Fortdauer der Untersuchungshaft an. Die Festnahme in Hürth erfolgte am Dienstag durch Beamte des Bundeskriminalamts.(APA/dpa/AP)

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