Blick zurück und nach vorn

22. Jänner 2002, 11:01
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Die Weinmarketing-Gesellschaft zeigt sich zufrieden. Das Jahr war zwar grundsätzlich kein einfaches, zumindest hinsichtlich des Wetters, das beim Wein ja immer noch einen nicht unwesentlichen Faktor darstellt.

Aber dennoch konnte man auf Erfolge und eine Kontinuität des positiven Trends beim heimischen Wein zurückblicken, so Michael Thurner, seit Beginn dieses Jahres der neue Chef der Österreichischen Weinmarketing-Gesellschaft (ÖWM) und Weinbaupräsident Josef Pleil. Zum Beispiel, dass die Wertschöpfung beim Export österreichischen Weins wieder einmal gesteigert werden konnte, was umso bemerkenswerter ist, da die Menge des ausgeführten Weins wieder einmal rückläufig war. Soll heißen: Man greift im Ausland zu immer besseren, teureren Weinen aus Österreich, was auch auf einen Image-Zuwachs schließen lässt. In Zukunft wolle man sich verstärkt um die Hauptexportmärkte kümmern, und um jene, auf denen die Erfolgsaussichten groß sind, so Thomas Klinger von der ÖWM. Also in erster Linie um Deutschland, wohin jetzt schon zwei Drittel allen exportierten Weins aus Österreich geht, aber auch die Schweiz und die USA, in Ländern wie Tschechien und Polen müsse man erst einmal beginnen, einen Markt zu schaffen.

Der entscheidende Markt für Österreich

ist aber natürlich immer noch Österreich selbst, und dort habe der heimische Wein einen relativ stabilen Anteil von 80 Prozent. Die Tendenz, dass der Anteil des Rotweins am heimischen Anbau stark zunehme, habe sich laut Klinger etwas eingebremst, "der Rotwein-Anteil wächst langsam". Derzeit mache Rotwein etwa ein Drittel der heimischen Produktion aus, und das auf einem Viertel der Weinbaufläche, "aber im Gegensatz zum Weißwein, wo wir einen leichten Überschuss produzieren, gibt es einfach ein bisschen zu wenig österreichischen Rotwein am Markt", so Klinger, "es gibt noch Lagen, wo es wirklich sinnvoll wäre, Rotwein zu setzen".

Kein Problem gibt es mit dem Süßwein, verrät Klinger, denn obwohl nun schon vier Jahrgänge hintereinander teilweise hervorragende Qualitäten und teilweise auch beträchtliche Mengen erbracht haben, "sind die Mengen doch relativ gering". Er gehe zwar zäher, so Klinger, "aber hochwertige Süßweine müssen ja auch nicht schon im ersten Jahr verkauft sein".

Auf der Suche nach einer experimerntierfreudige Konsumentenschicht

Hauptstoßrichtung im In- und Ausland sei in naher Zukunft jedenfalls, die Kombination von Essen und österreichischem Wein zu propagieren, "und zwar hauptsächlich in der kleiner strukturierten Gastronomie, weil das passt zu den ebenfalls klein strukturierten Weinbaubetrieben in Österreich". Ebenfalls im Visier hat man die junge, experimerntierfreudige Konsumentenschicht, um die zu erreichen, stehen der ÖWM heuer rund 6,54 Millionen Euro zur Verfügung. Ein Drittel davon stammt aus Flächenbeiträgen der Winzer, der Rest vom Bund und den Ländern.

floh

derStandard/rondo/18/1/02

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