Arafat sitzt noch immer in Ramallah fest

16. Jänner 2002, 21:41
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Bewaffneter Arm seiner Fatah-Organisation ruft zur Fortsetzung des Kampfes auf

Beirut/Kairo/Ramallah/Washington - Israel wird nach Angaben aus Regierungskreisen den palästinensischen Präsidenten Yasser Arafat weiter in Ramallah festhalten, obwohl die Palästinenserpolizei den Anführer der "Volksfront für die Befreiung Palästinas" (PFLP), Ahmed Saadat, festgenommen haben soll. Ägyptens Präsident Hosni Mubarak erklärte unterdessen, die Menschen in den arabischen Ländern seien nicht bereit, die derzeitige Situation in den Palästinensergebieten und die Zerstörung des Friedensprozesses durch Israel einfach zu akzeptieren.

El Aksa-Brigade fordert Ende der Verhaftungen

Der bewaffnete Arm der Fatah-Organisation von Palästinenserpräsident Yasser Arafat hat alle palästinensischen Gruppierungen zu einer Fortsetzung des bewaffneten Kampfes gegen Israel aufgerufen. Versuche, die Intifada zu beenden, seien zum Scheitern verurteilt, hieß es in einem am Mittwoch veröffentlichten Aufruf der El Aksa-Brigade. Sie forderte ein Ende der Verhaftungen militanter Palästinenser.

Palästinensische Sicherheitskräfte nahmen nach eigenen Angaben am Mittwoch ein Fatah-Mitglied und neun Mitglieder der Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) fest. Bereits am Dienstag hatte die palästinensische Autonomiebehörde den PFLP-Chef Ahmed Saadat verhaften lassen.

USA in Rolle der Zuschauer

Der Fatah-Vorsitzende Marwan Barguti räumte einen Vertrauensverlust der Palästinenser in die Friedensbemühungen der USA ein. "Die Rolle der USA hat sich zu der eines Zuschauers entwickelt", beklagte er in einem Leitartikel der "Washington Post" (Mittwochsausgabe). Die USA täten nichts weiter als immer wieder einen Waffenstillstand zu fordern. Statt dessen sollten sie lieber "die Ursache des Problems" lösen, welche die Freiheitsberaubung der Palästinenser sei. Barghouti warf den USA vor, Israel F-16-Jagdbomber und Kampfhubschrauber zu liefern, die bei Angriffen auf zivile Ziele in den Palästinensergebieten eingesetzt würden. (APA/Reuters)

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