Tirol: Interne Kritik an SP-Parteichef

16. Jänner 2002, 19:26
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Prock reagiert gelassen: Personelle Diskussion müsse mit Inhalten kombiniert werden

Innsbruck - Der Tiroler SPÖ-Vorsitzende, LHstv. Herbert Prock, hat nach der parteiinternen Kritik an seiner Person betont gelassen reagiert. Eine personelle Diskussion müsse mit Inhalten kombiniert werden, verlangte Prock am Mittwoch.

Kritik an Prock war bei einem erweiterten Landesparteivorstand am vergangenen Samstag geübt worden. Unter anderem habe einer der Vorgänger Procks, Ernst Fili, eine Ablöse Procks und Neuwahlen an der Parteispitze verlangt, berichtete die "Tiroler Tageszeitung" in ihrer Mittwoch-Ausgabe.

Prock selbst sagte gegenüber Radio Tirol, man müsse Kritik "immer ernst nehmen". Er könne damit umgehen und wünsche sich eine optimale Lösung für seine Partei. Wenn eine Mehrheit einen Wechsel verlange, sei dies zu respektieren. Klubobmann, LAbg. Walter Guggenberger verlangte einen "geordneten Prozess". Rechtzeitig vor der nächsten Landtagswahl müsse es eine Entscheidung geben, wer die Partei in die Wahl führe. Er sehe derzeit aber weit und breit niemanden, der diese Aufgabe besser als Prock erfüllen könnte.

Keine offene Kritik wollte am Mittwoch der Kundler Bürgermeister und LAbg. Hannes Gschwendtner äußern, dem Ambitionen auf das höchste Parteiamt nachgesagt werden. Er habe "ein gutes Gesprächsklima" mit Prock. Man habe vereinbart, dass Kritik nicht öffentlich geäußert werde.

Prock war beim Landesparteitag im November 2000 für eine weitere dreijährige (seine dritte, Anm.) wiedergewählt worden. Nach heftigen Debatten unter anderem über die Regierungsbeteiligung der Tiroler SPÖ hatte Prock nur noch 66 Prozent der Delegiertenstimmen erhalten. (APA)

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