Werber beobachten ORF-Entwicklung skeptisch

16. Jänner 2002, 12:24
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Ex-Enterprise-Chef Prenner warnt vor "katastrophalem Weg"

Österreichische Werbeprofis blicken der Umsetzung der ORF-Reform skeptisch entgegen. "Die Werbewirtschaft reagiert flexibel, bei geringsten Verlusten wird es Einbrüche bei den Werbeerlösen geben", warnt etwa Franz Prenner, bis Ende 2001 Geschäftsführer der ORF-Enterprise und nun Chef des internationalen Cannes-Werbefestivals am Mittwoch in "Medianet".

"Katastrophaler Weg"

Zurückhaltend werden auch die Pläne der neuen ORF-Spitze verfolgt. Dass etwa die Positionierung von ORF 1 als "junger" Kanal und ORF 2 als Programm für ein tendenziell älteres Publikum aufgeweicht werden soll, wie ORF-Generaldirektorin Monika Lindner in Interviews durchblicken ließ, nennt Prenner "einen katastrophalen Weg".

"Rückkehr zum alten öffentlich-rechtlichen Beamtenfernsehen"

Und meint weiter: "Das Wegfallen bestimmter Sendungen wie 'Millionenshow', aber auch 'ZiB 3' oder die Verlegung der 'ZiB 2' bringt große Probleme." Prenner spricht denn auch von einer "Rückkehr zum alten öffentlich-rechtlichen Beamtenfernsehen".

Zu kleine und zu enge Zielgruppen-Ausrichtung

Kritisch kommentiert wird vor allem, dass laut dem neuen ORF-Gesetz im Hauptabend "in der Regel anspruchsvolles Programm" zu senden ist. Gottfried Gröbl, Generaldirektor von Masterfoods Österreich, sieht in der "Ausrichtung auf ein anspruchsvolleres Programm die Gefahr, künftig zu kleine und zu enge Zielgruppen zu erreichen".

In diesem Fall rechnet Joachim Feher, Geschäftsführer der MediaCom, damit, dass die Österreich-Fenster der deutschen Privatsender zum Zug kommen: "Das Buchungsverhältnis zwischen ORF und den Werbefenstern dürfte ein anderes werden." (APA)

Schwerpunkt
ORF-Reform
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