5 Milliarden Schilling für Walfang-Lobbyarbeit

16. Jänner 2002, 15:52
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Greenpeace rechnet Kosten japanischer "Überzeugungsarbeit" vor

Wien, Melbourne - Die Umweltschutzorganisation Greenpeace rechnet die Kosten japanischer Walfang-Lobbyarbeit vor: Die japanische Fischereibehörde habe demnach bislang 358 Millionen Euro (5 Milliarden Schilling) in ihre "Überzeugungsarbeit" für eine Ausweitung des Walfangs gesteckt. Diese Zahl präsentierte Greenpeace im australischen Melbourne an Bord der "Arctic Sunrise". "In dieser Situation brauchen wir die Unterstützung aller Walschützer dieser Erde," sagt die österreichische Greenpeace-Meeresbiologin Nina Thüllen. "Wir fordern auch Ministerin Ferrero-Waldner auf, öffentlich gegen den japanischen Stimmenkauf aufzutreten!"

Auch der Vorwurf des unverhohlenen Stimmenkaufs in der Internationalen Walfangkommission wird erneut erhoben: Laut den nun veröffentlichten Zahlen investierte Japan allein im Jahr 2001 52,6 Millionen Euro (723 Millionen Schilling), um 6 Staaten in der IWC zur Stimme für eine Wiederaufnahme des Walfangs zu bringen. Der Premierminister von Antigua und Barbuda, Lester Bird, hat im letzten Jahr sogar zugegeben, dass sein Land im Gegenzug auf der IWC mit Japan stimmen wird. Auch Japan selbst hat im letzten Jahr eingestanden, dass Stimmen gekauft werden.

Die 30 Greenpeace-Aktivisten an Bord der "Arctic Sunrise" stellen sich seit Mitte Dezember 2001 in der Antarktis zwischen die japanische Walfangflotte und die Wale. Zur Zeit liegt das Expeditionsschiff in Melbourne vor Anker um Vorräte an Bord zu nehmen. 200 Minkewale haben die japanischen Jäger laut Greenpeace bereits erlegt, die Walfang-Saison dauert allerdings noch bis April. (red)

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