Amnesty besorgt über Schicksal der Kuba-Inhaftierten

16. Jänner 2002, 07:19
posten

Rumsfeld wiegelt ab - Umfangreiche El-Kaida-Waffenlager ausgehoben

London/Washington - Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat den USA vorgeworfen, die Grundrechte der auf Kuba gefangenen Taliban und El-Kaida-Mitglieder zu missachten. Nach den Worten von US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld werden die gefangenen Taliban und El-Kaida-Mitglieder auf Kuba dagegen korrekt behandelt. Bei der Durchsuchung von mutmaßlichen Höhlenverstecken der El-Kaida-Organisation in Ostafghanistan haben US-Soldaten unterdessen laut Rumsfeld "beträchtliche Waffenarsenale" gefunden.

Die Gefangenen würden in einem rechtsfreien Raum festgehalten, erklärte Amnesty am Mittwoch in London. Einerseits werde ihnen der Status als Kriegsgefangene aberkannt, andererseits werde ihnen nicht der geringste Schutz für Gefangene gewährt. Die USA hätten sich in internationalen Vereinbarungen verpflichtet, die Menschenrechte von Gefangenen zu sichern und ihnen unabhängig von ihren Taten ein faires Gerichtsverfahren zu garantieren. Die Menschenrechtsorganisation zeigte sich auch besorgt über die angebliche Misshandlung der Taliban und El-Kaida-Kämpfer. Die Gefangenen werden auf der US-Basis Guantanamo-Bay in offenen Käfigen mit Betonfußboden gefangen gehalten.

Die Gefangenen würden "unendlich besser behandelt", als sie ihre Gefangenen in Afghanistan behandelt hätten, sagte Rumsfeld in Washington. Er räumte ein, dass die Gefangenen den 27-stündigen Flug von Afghanistan nach Kuba gefesselt und mit Kapuzen über dem Kopf verbrachten. Auf die Frage, ob ihnen die Todesstrafe drohe oder ob sie in ihre Heimatländer abgeschoben werden, antwortete der US-Verteidigungsminister, diese "politische Entscheidung" liege nicht bei ihm.

In den erst kürzlich in Afghanistan entdeckten Verstecken seien unter anderem Panzer, Artilleriegeschütze und Boden-Luft-Raketen entdeckt worden, sagte Rumsfeld. Die USA hätten dadurch auch weitere Geheimdiensterkenntnisse über die Organisation des mutmaßlichen Terroristenführers Osama bin Laden erlangt. US-Kampfflugzeuge hatten in den vergangenen Tagen massiv mutmaßliche Höhlenverstecke der El Kaida rund um die Stadt Zhawar in der afghanischen Provinz Khost bombardiert.

Rumsfeld zufolge ergaben Durchsuchungen von mehr als 40 Orten in Afghanistan, an denen die USA die Lagerung oder Herstellung von Massenvernichtungswaffen vermuteten, dass in den meisten dieser Stätten Drogen hergestellt wurden. In einigen Stätten sei Radioaktivität festgestellt worden, was auf die Lagerung von Waffen mit Nuklearmaterial schließen lasse.(APA)

Share if you care.