Proteste begleiten Putin-Besuch in Frankreich

15. Jänner 2002, 20:04
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Kampf gegen Terrorismus Thema bei Treffen mit Chirac

Paris - Demonstrationen für Medienfreiheit und gegen die russische Tschetschenienpolitik haben am Dienstag ein Treffen von Präsident Wladimir Putin mit seinem französischen Kollegen Jacques Chirac in Paris begleitet. Auf der Tagesordnung des Kurzbesuchs standen nach Angaben Moskaus der Kampf gegen den Terrorismus, der Konflikt zwischen Indien und Pakistan sowie das Verhältnis Russlands zur NATO und der Europäischen Union.

Putin dürfte sich vom französischen Präsidenten auch Unterstützung für einen Beitritt seines Landes in die Welthandelsorganisation erwarten. Zudem könnte der Verkauf von Airbus-Flugzeugen nach Russland Thema der Gespräche im Elysee-Palast sein.

"Ärzte ohne Grenzen", "Reporter ohne Grenzen"

Die Menschenrechtsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" erinnerte anlässlich des Putin-Besuchs an das Elend der Tschetschenien-Flüchtlinge in Inguschetien. Der Exodus der Menschen sei die direkte Folge der anhaltenden "Bombardements, Massenhinrichtungen, Folterungen, Massaker und Erpressungen" in ihrer Heimat. Menschenrechtsgruppen planten auf dem Bastille-Platz eine Protestveranstaltung gegen das russische Vorgehen in der abtrünnigen Kaukasusrepublik.

Vor dem Büro der russischen Fluggesellschaft Aeroflot auf den Champs-Elysees demonstrierte die Organisation "Reporter ohne Grenzen" gegen die Verurteilung des russischen Journalisten Georgi Pasko zu vier Jahren Haft. Pasko hatte Umweltsünden der Marine aufgedeckt. Diese Strafe solle die Presse in Russland einschüchtern, erklärte "Reporter ohne Grenzen". (APA/AP)

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