EU-Parlamentspräsident: Außenvertretung und Ordnungshüter im Haus

15. Jänner 2002, 14:20
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Wahl für zweieinhalb Jahre - Starke Positon in der Straßburger Volksvertretung

Straßburg - Der Präsident des Europäischen Parlaments hat nicht nur im Straßburger Abgeordnetenhaus eine starke Funktion. Er vertritt das Hohe Haus auch im internationalen Bereich, bei offiziellen Anlässen sowie in Verwaltungs-, Gerichts- und Finanzangelegenheiten. Insbesondere nimmt er an den EU-Gipfeln der Staats- und Regierungschefs der EU-Länder teil und bringt dort die Position der gewählten Volksvertreter ein.

In Haus leitet der Präsident sämtliche Arbeiten des Parlaments und seiner Organe. Insbesondere umfasst das die Führung der sehr komplexen Abstimmungen im Parlament. Er eröffnet, unterbricht und schließt Sitzungen, achtet auf die Einhaltung der Geschäftsordnung, wahrt die Ordnung, erteilt das Wort, lässt abstimmen und verkündet die Ergebnisse der Abstimmungen.

Vierzehn Vizepräsidenten

In der praktischen Arbeit, bei Sitzungen, die manchmal von neun Uhr in der Früh bis Mitternacht dauern, lässt sich der Präsident regelmäßig durch einen seiner vierzehn Vizepräsidenten vertreten. Die wichtigen Sitzungen führt allerdings der Präsident meist selbst. Will er selbst das Wort ergreifen, muss er sich von einem Vizepräsidenten vertreten lassen.

Der Präsident wird auf 2,5 Jahre, also die Hälfte der fünfjährigen Legislaturperiode, gewählt. Seit jeher haben sich zwei Fraktionen zu Beginn der Legislaturperiode die beiden Präsidentschaften aufgeteilt. So haben die Liberalen 1999 Nicole Fontaine von der Europäischen Volkspartei (EVP) unterstützt. Im Gegenzug gaben diesmal die Mitglieder der EVP dem Liberalen Pat Cox ihre Unterstützung. (APA)

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