Erster Kollektivvertrag für Leiharbeiter

15. Jänner 2002, 13:33
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Mehr als 27.000 Beschäftigte betroffen

Wien - Für mehr als 27.000 Leiharbeiter wurde am Dienstag vom Vorsitzenden der Gewerkschaft Metall-Textil, Rudolf Nürnberger, und der Sprecherin der Berufsgruppe der Personalbereitsteller, Hermenegilde Fucker, der seit Jahren umstrittene erste Kollektivvertrag unterzeichnet. Mit dabei waren WKÖ-Präsident Christoph Leitl und ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch.

Der Kollektivvertrag, der die Entlohnung klar regelt, tritt per 1. März 2002 in Kraft. Neben der Bezahlung der Leiharbeit werden auch die Stehzeiten klar geregelt und ein Kündigungsverbot von fünf Tagen ab Ende einer Überlassung vereinbart. Der Mindestlohn für die unterste Lohngruppe beträgt 1.043,75 Euro pro Monat und entspricht einem Stundenlohn von 6,25 Euro.

"Großer Durchbruch"

Der neue KV-Vertrag ist für Metaller-Chef Nürnberger "ein großer Durchbruch". Damit sei Österreich innerhalb der EU eines der wenigen Länder, das die Arbeitsbeziehungen dieser Branche bundesweit regelt. Der Abschluss zeige die "Sinnhaftigkeit und die konstruktive Gestaltungsfähigkeit der Sozialpartnerschaft". Für ÖGB-Präsident Verzetnitsch zeigt der vorliegende Kollektivvertrag, dass ein "Wandel der Arbeitswelt mit Sicherheit und Berechenbarkeit" möglich sei. Die österreichischen Sozialpartner haben mit diesem Kollektivvertrag ein Musterbeispiel für weitere Entwicklungen auf europäischer Ebene geschaffen."(APA)

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