Brandt geht an israelische Elco

15. Jänner 2002, 14:11
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Zukunft von Brandt-Tochter Elektra Bregenz weiter unklar

Paris - Der seit Monaten vom Untergang bedrohte französische Haushaltsgerätehersteller Brandt wird von der israelischen Elco-Gruppe übernommen. Das Handelsgericht in Nanterre bei Paris gab am Dienstag dem Übernahmeangebot von Elco den Vorzug vor drei anderen Offerten ausländischer Unternehmen. Elco will gemeinsam mit dem spanischen Hersteller Fagor die 7 Brandt-Produktionsstätten in Frankreich und drei Viertel der 5.370 Arbeitsplätze erhalten. 1994 hatte Elco in Frankreich bereits das Unternehmen Airwell übernommen, das Klimaanlagen herstellt.

Neben Elco-Fagor und Whirlpool hatten sich auch das italienische Unternehmen Candy und der türkische Branchenspezialist Arcelik-Beko um die Übernahme von Brandt beworben. Die Elco-Gruppe hatte jedoch die besseren Erfolgsaussichten, weil ihr Sanierungsplan die weitgehende Aufrechterhaltung der Produktionsstätten vorsah.

Entscheidung über Elektra Bregenz in drei bis fünf Wochen

Die Zukunft der Tiroler Tochtergesellschaft Elektra Bregenz (EB) ist auch nach dem Entscheid unklar. "Aus heutiger Sicht sind wir nicht durch Elco übernommen worden", erklärte der Vorstand der Elektra Bregenz Vertriebsgesellschaft, Michael Richter. Er erwartet eine endgültige Entscheidung erst in drei bis fünf Wochen.

Fest stehe, dass ein "neuer Investor" gefunden werden müsse, der die restlichen Teile der Brandt-Gruppe und somit auch Elektra-Bregenz übernehmen werde. Daher sei es auch für Elektra Bregenz "jederzeit möglich", sich selber um einen Käufer umzusehen. "Natürlich setzen wir alle Maßnahmen, um möglichst viele Interessenten zu finden", betonte Richter. EB produziert in erster Linie Herde und Kochmulden.

Brandt beschäftigt weltweit in 13 Fabriken insgesamt 11.000 Mitarbeiter. Das Mutterhaus Moulinex war Anfang September zahlungsunfähig geworden und teilweise vom französischen Konkurrenten SEB übernommen worden.(APA)

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