"Frauenfeindlicher Vorschlag Bartensteins"

15. Jänner 2002, 13:00
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Doris Bures findet Modell der Arbeitszeit- verlängerung besonders für Frauen problematisch

Wien - Gegen den Bartenstein-Vorschlag zur Verlängerung der täglichen gesetzlichen Arbeitszeit auf zwölf Stunden stimmte die SPÖ. Bundesgeschäftsführerin Doris Bures erklärte am Dienstag dazu, dass eine Verlängerung der gesetzlichen Arbeitszeit mit Einkommensnachteilen für die ArbeitnehmerInnen und mit einer insgesamten Verschlechterung der arbeitsrechtlichen Position von ArbeitnehmerInnen verbunden wäre.

Für Frauen unlösbare Probleme

"Bartenstein will, dass Unternehmer möglichst frei über ihre Arbeitskräfte verfügen können und dass sie sich die Bezahlung von Überstunden ersparen können", kritisierte Bures.

Für alle ArbeitnehmerInnen, die Betreuungspflichten wahrnehmen müssen, würde eine Verlängerung der gesetzlichen Arbeitszeit zu unlösbaren Problemen führen. "Bartensteins Vorschlag ist generell ArbeitnehmerInnen-feindlich, mit besonderen Härten gegen Frauen mit Betreuungsaufgaben", fasste Bures zusammen.

Verschärfung der Zumutbarkeits-Bestimmungen

Die SPÖ-Bundesgeschäftsführerin hält es für untragbar, dass Bartenstein, der auch Arbeitsminister sei, "wie ein reiner Lobbyist der Unternehmer" agiere und "keinen Gedanken daran verschwendet, welche Auswirkungen seine Vorschläge für hunderttausende ArbeitnehmerInnen haben würden", erklärte Bures.

Druck auf die ArbeitnehmerInnen sei Bartensteins einzige Reaktion auf Krise am Arbeitsmarkt, so Bures. Sie verwies in diesem Zusammenhang auch auf Bartensteins Plan, die Zumutbarkeitsbestimmungen zu verschärfen.

Bures bekräftigt schließlich die Forderung nach einem wirtschafts- und sozialpolitischen Kurswechsel. Die bisherigen Ergebnisse der Regierung bezeichnete Bures als "Armutszeugnis": dramatische Arbeitslosenzahlen, sinkende Reallöhne, Nullwachstum der Wirtschaft. (red)

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