Djindjic kämpft um Rettung des DOS-Bündnisses

14. Jänner 2002, 12:55
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Serbischer Premier stellt Kostunica-Partei Ministerposten in Aussicht

Belgrad - Der serbische Ministerpräsident Zoran Djindjic hat einen neuen Versuch unternommen, die stark angeschlagene DOS-Regierungskoalition zu retten und dadurch seit Monaten anhaltende Spannungen zu beenden. Gegenüber der Tageszeitung "Blic" hat Djindjic die Umbildung seiner Regierung im März oder April in Aussicht gestellt. Dadurch würde die Demokratische Partei Serbiens des jugoslawischen Präsidenten Vojislav Kostunica nach Worten des Ministerpräsidenten "drei bis vier Ministerposten" bekommen.

Die Partei Kostunicas war im August des Vorjahres aus der serbischen Regierung ausgetreten. Die Demokratische Partei Serbiens (DSS) ist nach dem Rücktritt des föderalen Finanzministers Joan Rankovic auch in der jugoslawischen Regierung nicht mehr vertreten. Spannungen und Rivalitäten zwischen der Demokratischen Partei Serbiens und der Demokratischen Partei sowie ihren Führern Kostunica und Djindjic halten seit Monaten an und drohen zu vorgezogenen Wahlen zu führen, was die Reformprozesse in Serbien stark gefährden würde.

Meinungsumfragen haben gezeigt, dass die zwei größten DOS-Parteien auch nach der Wahl erneut gezwungen sein würden, gemeinsame Regierungskoalition einzugehen. Djindjic will Wahlen offenbar durch sein Angebot an die Partei von Kostunica verhindern.

Die Demokratische Partei Serbiens war nach dem Wahlsieg Kostunicas im September 2000 aus einer kleinen Partei in nur wenigen Monaten zur führenden DOS-Partei angewachsen. Diese hatte allerdings nur geringen Einfluss auf die Regierungsgeschäfte, was Unmut in den Parteireihen auslöste. Die Partei ist überdies offenkundig mit großen Personalproblemen in der Führungsgarnitur konfrontiert. Die Demokratische Partei Djindjics hatte dagegen im vergangenen Jahr kein so starkes Wachstum verbucht und kann sich auf ein bereits vorher ausgebautes Kadernetz stützen.(APA)

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