Automaten erkennen neue Währung nicht

15. Jänner 2002, 19:11
7 Postings

Massive Probleme durch angeblich unterschiedliche Qualität der Münzen und Banknoten

Wien - Die Hersteller, Vertreiber und Servicefirmen Waren-, Musik-, Spiel- und anderen Automaten befassen, befinden sich knapp zwei Wochen nach der Euro-Bargeldeinführung in einem nicht nachlassenden Dauerstress. Auch wenn die technische Umrüstung in den meisten Fällen "prinzipiell funktioniert" hat, sehen sich die Betreiber und Aufsteller der Automaten mit einer zunehmenden Zahl von Kundenbeschwerden konfrontiert. Einerseits haben die Geräte Probleme beim Erkennen der neuen Scheine und Münzen, andererseits verzögert sich die Umstellung überhaupt, weil die entsprechenden eurofähigen Teile derzeit nicht lieferbar sind.

Das größte Problem der Automatenbetreiber ist laut, Erich Messbauer, Geschäftsführer der Vending-Holding - einer der größten Automatenbetreiber in Österreich - die "sehr schlechte Qualität der Euro-Banknoten und -Münzen." Münzen und Scheine seien sehr unterschiedlich geprägt bzw. gedruckt, klagt Messbauer sein Leid. Die Vending-Holding betreibt in Österreich rund 13.000 Warenautomaten, davon 98 Prozent Heißgetränkeautomaten, zu zwei Drittel in Eigenregie.

"Unterschiede schon mit freiem Auge zu erkennen"

"Die Unterschiede bei den Banknoten sind ja schon mit freiem Auge zu erkennen, Banknotenleser tasten die Banknote aber noch viel genauer elektronisch ab", ärgert sich Messbauer über die angeblich so perfekten Euro-Scheine. Bei den Münzen zeichne sich ab, dass die 10-, 20- und 50-Cent-Münzen in Ordnung sein dürften, die 5-Cent sowie die 1- und 2-Euro-Münzen dagegen sehr schlecht funktionierten.

Seiner Ansicht nach wird das Problem mit der schlechten Münzerkennung in Zukunft noch viel größer werden. Langfristig könnten bis zu 80 Prozent des Bargeldes in Österreich aus den anderen Euro-Ländern stammen. Die derzeitigen Probleme gebe es aber alleine schon mit dem österreichischen Euro-Bargeld, betont Messbauer.

Täglich Hunderte Beschwerden

"Obwohl wir uns nicht für ein Billigprodukt sondern für die erstklassigen Münzprüfer der Innsbrucker Firma money-control entschieden haben, gibt es Probleme mit den 1-Euro-Münzen", beschwert sich auch die oberösterreichische funworld AG. Der nach eigenen Angaben größte Touchscreen-Spielterminalhersteller Österreichs verzeichnet derzeit täglich rund 300 auf die Euro-Umstellung bezogene Anrufe. In der Firmenzentrale in Schörfling am Attersee werden täglich 300 Münzprüfer umprogrammiert. Insgesamt dürften es bis jetzt an die 10.000 gewesen sein, vermutet Firmensprecherin Ilse Retzek gegenüber der APA.

"Da herrscht derzeit ein großes Missverständnis", meint dagegen des Geschäftsführer der oberösterreichischen Dart-Automaten-Betreibers TAB-Austria Industrie- und Unterhaltungselektronik, Siegfried Dattl. Es müssten nur gebrauchte Euro-Münzen verwendet werden, dann gebe es keine Probleme mehr.

Bei den Bimetall-Münzen komme es durch Lufteinschlüsse zu einem unterschiedlichen Reflexionsverhalten der elektromagnetischen Wellen, die die neue Münze für das Prüfgerät anders aussehen lasse, erklärte Dattl. 50 bis 60 Prozent der neuen Münzen würden nicht funktionieren, reibe man die Münze dagegen ab, funktionierten sie wieder. "Das Problem wird sich in 14 Tagen drei Wochen von selbst lösen", ist Dattl überzeugt, dessen Unternehmen in Oberösterreich rund 1.100 Geräte betreut, von denen alle bereits umgestellt worden sind.(APA)

Share if you care.