UNO-Sondergesandter: Wenig Chancen für Rettung des Friedensprozesses

14. Jänner 2002, 08:50
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Internationale Bemühungen sollen fortgesetzt werden

Los Pozos/Bogota - Der UNO-Sondergesandte für Kolumbien, James Lemoyne, sieht wenig Chancen für eine Rettung des Friedensprozesses in dem lateinamerikanischen Land. Es sei möglich, dass die internationalen Bemühungen in dieser Hinsicht scheiterten, sagte Lemoyne am Sonntagabend (Ortszeit) in Los Pozos. "Es gibt keine Wunder-Lösung für die derzeitige Krise", betonte er nach langen Gesprächen mit Vertretern der Regierung, der FARC-Guerilla und den zehn Vermittlerstaaten. Die Bemühungen würden jedoch am Montag fortgesetzt. "Die, die Frieden wollen, sollten ein wenig beten", fügte Lemoyne hinzu.

Der französische Botschafter in der kolumbianischen Hauptstadt Bogota, Daniel Parfait, bestätigte im Namen der als Vermittler an den Gesprächen beteiligten Länder, dass die Bemühungen am Montag "bis zur letzten Minute" fortgesetzt werden sollten. Zuvor hatten die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) die Bedingungen der Regierung für neue Verhandlungen zurückgewiesen und die Friedensgespräche damit faktisch zum Scheitern gebracht. In der Erklärung der FARC hieß es, das Ultimatum von Präsident Andres Pastrana zur Räumung der Sicherheitszone im Süden des Landes verstoße gegen alle Abmachungen der dreijährigen Friedensgepräche und bedeute das Ende des Friedensprozesses. Pastrana hatte die Guerilla ultimativ aufgefordert, bis Dienstag eine Waffenruhe auszurufen und die entmilitarisierte Sicherheitszone zu verlassen. (APA)

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