Korruptionsprozess: Bossi warnt vor Verurteilung Berlusconis

15. Jänner 2002, 09:48
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Rechter Koalitions- Kompagnon schießt sich ebenfalls auf Richter ein

Rom - Der Chef der rechtspopulistischen Lega Nord, Reformenminister Umberto Bossi, hat vor den Folgen einer Verurteilung von Regierungschef Silvio Berlusconi gewarnt, der bei einem Mailänder Korruptionsprozess zu den Hauptangeklagten zählt. "Für Italien wäre es ein enormer Schaden, wenn Berlusconi verurteilt werden sollte. Die Linke in ganz Europa würde den Ministerpräsidenten angreifen", sagte Bossi Medienberichten vom Montag zufolge.

Nachdem am Samstag Staatsanwälte in ganz Italien gegen die Regierung protestiert und die Wahrung ihrer Unabhängigkeit verlangt hatten, warnte Justizminister Roberto Castelli, ebenfalls ein Starpolitiker der Lega Nord, vor "Extremismus" in den Reihen des italienischen Richterstands. "Ein Teil der Richter steht unter dem politischem Einfluss der Linken", betonte Castelli. Er warf den Richtern vor, eine tief greifende Erneuerung des Justizsystems zu verhindern.

Der Mailänder Oberstaatsanwalt Francesco Saverio Borrelli hatte am Wochenende Berlusconi scharf attackiert und vor den geplanten Justizreformen des Mitte-Rechts-Kabinetts gewarnt. Ziel der Regierung sei, den Richterstand zu schwächen, um einen Abschluss der Korruptionsprozesse zu verhindern, in denen Berlusconi angeklagt ist.(APA)

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