Im UMTS-Match spielt Klein gegen Groß

14. Jänner 2002, 15:28
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Einige der Lizenznehmer wollen neue Rahmenbedingungen durchsetzen

Wien - Seitdem klar ist, dass für sechs UMTS-Netze in Österreich der Markt zu klein ist, drängen die kleineren der sechs Lizenzinhaber darauf, dass die so genannten "Sharing-Konditionen" aufgeweicht werden. "Sonst wird es zu keiner UMTS-Versorgung außerhalb von Ballungszentren kommen", sagt etwa Hubertus Hofkirchner, Geschäftsführer von Tele.ring.

Konkret wollen sich die Lizenznehmer - im Wesentlichen One, Tele.ring, Hutchison 3G sowie 3G Mobile - dafür stark machen, dass nicht nur Sendeanlagen gemeinsam genutzt werden können, sondern auch andere Netzwerkelemente. Der Verkauf oder die Vermietung von Frequenzen oder Teilen davon sollte zugelassen werden.

Gute Chancen

Dann allerdings sehen die Anbieter gute Chancen im voraussichtlich heiß umkämpften Markt um den mobilen Telefon- und Internetkunden. Hofkirchner, der in diesem Fall auf die bei Mannesmann 3G geparkte UMTS-Lizenz zurückgreifen wird, will ganz auf Videotelefonie setzen. "Wir glauben, dass dies die Applikation wird, die UMTS zum Durchbruch verhelfen und den sichersten Mehrwert schaffen wird." Erste Geräte würden entwickelt und seien bis zum geschätzten Eintritt des Massenmarkts, 2004, auch preislich akzeptabel erhältlich. Wenig Chancen sieht Hofkirchner für Contentdienste: "Wir glauben nicht, dass der Nutzer für Inhalte extra zu zahlen bereit ist."

Auf solche Dienste will insbesondere Hutchison 3G setzen. Geplant sind Multimedia-Anwendungen wie Videoübertragung, Spiele und Nachrichtendienste. An einem globalen Markennamen für all die Märkte, in denen der Hongkonger Konzern Lizenzen erworben hat - GB, Italien und Schweden -, wird getüftelt. Überall dort sollen, wie in Österreich auch, eigene UMTS-Netze aufgebaut und via Netzwerk-Sharing mit anderen Betreibern zusammengearbeitet werden. Lieferverträge mit Motorola und NEC für die Endgeräte wurden abgeschlossen. Gänzlich bedeckt hält sich die 3G Mobile, eine Tochter der spanischen Telefónica. (Johanna Ruzicka, DER STANDARD, Printausgabe 12.1.2002)

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