Familie weiterhin Zielgruppe der Politik

11. Jänner 2002, 15:28
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Fasslabend für steuerliche Absetzbarkeit von Kinderbetreuung

Baden - Für die Möglichkeit der steuerlichen Absetzbarkeit von Kinderbetreuungsleistungen hat sich der Dritte Nationalratspräsident Werner Fasslabend (V) am Freitag ausgesprochen. "Wir werden versuchen, für alle Unternehmensaufwendungen, die in Richtung Kinderbetreuung gehen, eine Steuerabsetzbarkeit herbeizuführen." Auch Kinderbetreuungsleistungen in der Familie, wie etwa Au-pair-Dienste, sollten steuerlich absetzbar sein, sagte Fasslabend bei einer Seminarveranstaltung des Familienreferats der NÖ Landesregierung zum Thema "Familien als Zielgruppen für Politik und Wirtschaft" in Baden.

Möglichkeiten für berufstätige Frauen

Nach der Einführung des Kindergeldes sei nun wesentlich, wie es gelingen werde, besonders für Frauen die Möglichkeiten zu schaffen, Familie und Beruf zu verbinden, betonte Fasslabend. Es gehe nicht nur um Direktleistungen, sondern um das Öffnen der Gesellschaft, damit jede Familie eine freie Entscheidung über die Kinderbetreuung treffen könne. Wechselwirkungen mit der Wirtschaft sollten gestärkt werden, um "de facto für eine problemlose Vereinbarkeit" von Beruf und Familie zu sorgen.

Alexander Hanika von der Statistik Austria präsentierte die neuesten familienbezogenen Daten aus der Volkszählung 2001. Demnach gebe es zur Zeit in Österreich 1.120.500 Familien mit mindestens einem Kind. Bundesweit betrage die durchschnittliche Kinderanzahl pro Familie 1,7. Für Niederösterreich ergebe sich ein geringfügig höherer Wert von 1,73. Das Idealbild von der Zwei-Kind-Familie sei nach wie vor vorhanden. Ein Niveau von 2,1 Kindern pro Familie, das laut Fasslabend zur Aufrechterhaltung eines intakten Sozialsystems im Hinblick auf die Absicherung der Pensionen notwendig sei, würde aber nicht einmal in einer Befragung der Statistik Austria nach der zusätzlich gewünschten Kinderzahl erreicht. Die Vorausberechnungen für die kommenden 30 Jahre ließen eine steigende Anzahl von Paaren ohne Kinder vermuten. (APA)

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