Deutscher UNO-Mitarbeiter wegen Rassenhass vor US-Gericht

11. Jänner 2002, 06:41
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Neonazi-Material in Wohnung entdeckt

New York - Ein deutscher Mitarbeiter der Vereinten Nationen hat am Donnerstag die Anklage eines US-Gerichtes in New York wegen Rassenhasses zurückgewiesen und sich für unschuldig erklärt. Das Gericht legte nach der Anhörung des 35-jährigen Angeklagten aus Hamburg fest, dass er keine Haftverschonung gegen Kaution erhält. Der Mann wird beschuldigt, im Dezember antisemitische Parolen auf die Haustür seines jüdischen Nachbarn geschmiert und dessen Wohnungseingang in Brand gesetzt zu haben.

Auf acht der elf Vorwürfe der Anklage steht lebenslängliche Haft. Der 35-jährige gab bei der Polizei an, der Nachbar habe ihn während des vorausgegangenen halben Jahres "physisch misshandelt" und beschimpft.

Der Beschuldigte beschmierte die Tür des Nachbarns laut Anklage am 14. Dezember mit den Worten "Zionist. Jude Mörder". Im Verlauf der folgenden Woche seien in dem Wohnhaus im New Yorker Stadtteil Manhattan noch weitere Schmierereien aufgetaucht. Eine Überwachungskamera habe zudem aufgezeichnet, wie der Deutsche versucht habe, Feuer zu legen. Damit habe er seinen Nachbarn einer schweren Todesgefahr ausgesetzt. Der Anklage zufolge hat der 35-Jährige zugegeben, sieben Flaschen mit Brennstoff eingekauft zu haben.

Der Mann hat den Angaben zufolge einen Universitätsabschluss in Politikwissenschaft und arbeitete bei der UNO in einer politischen Abteilung. In seiner Wohnung sei Material von Neonazis gefunden worden. (APA/Reuters)

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