WienEnergie baut ab und um

10. Jänner 2002, 19:20
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Personalabbau geht weiter - Gruppe soll als Dienstleister auf Markt bestehen

Wien - Um für alle Eventualitäten der Energieliberalisierung gerüstet zu sein, hat die Stadt Wien alle Aktivitäten der Wiener Stadtwerke Holding (Strom, Gas und Fernwärme) in der WienEnergie zusammengefasst. Gleichzeitig soll der Personalabbau weiter fortgesetzt werden, aber man will wie bisher ohne Kündigungen auskommen, sagte Wiener-Stadtwerke-Generaldirektor Karl Skyba am Mittwochabend.

Im Strombereich soll der Mitarbeiterstand in den kommenden zwei Jahren von derzeit 3300 auf 3000 heruntergefahren werden. In den vergangenen acht Jahren waren bereits 900 Beschäftigte aus dem Unternehmen ausgeschieden. Wiengas hat den Personalstand in den vergangen Jahren von 1500 auf 1150 Mitarbeiter zurückgefahren, sagte Wienstrom-Geschäftsführer Friedrich Pink, in der neuen Gesellschaft für Marketing, Vertrieb und Kundenservice zuständig.

Ziel von WienEnergie-Geschäftsführer Michael Obentraut: "In fünf Jahren soll jedes Teilunternehmen der Energie-Gruppe so fit sein, dass es im Fremdbereich Dienstleistungen anbieten kann, mit denen wir gegen Mitbewerber bestehen können." Vorstellbar sei auch, als Dienstleister für die Stdt Wien aufzutreten und Kunden bei Amtswegen in den Bereichen Energie, Wasser oder Entsorgung zu unterstützen.

Ein Grund für die Umstrukturierung ist die Gründung der Energie Allianz (EA) aus EVN, WienEnergie, der Energie AG Oberösterreich sowie der Linz AG. Beitreten soll auch das Burgenland. Im Rahmen der Allianz werde derzeit an einem neuen gemeinsamen Verrechnungssystem für Strom und Gas gefeilt. Bereits per 1. Jänner zusammengelegt sind laut Skyba die Rechenzentren von Wien Energie und EVN. Die Mitarbeiter bleiben aber in den einzelnen Gesellschaften.

Beim gemeinsamen Vertrieb der Allianz-Partner ist die EA für die Koordinierung zuständig. Der Kunde bezieht seinen Strom nach wie vor vom jeweiligen Landesversorger. Einheitliche reine Energiepreise gibt es in der Allianz derzeit noch nicht. (rose, Der Standard, Printausgabe, 11.01.02)

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