LIF: "Ein neues Blocksystem"

10. Jänner 2002, 19:50
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Wo das LiF in der heutigen politischen Landschaft Platz finden will

Wien - Der 26 Jahre junge Chef der "neuen Liberalen", die die alte Marke des LiF nutzen, weiß selber, dass er nicht der richtige Mann ist, als Spitzenkandidat in einen Nationalratswahlkampf zu ziehen. Alexander Zach sieht sich auch nicht als "politischen Leader", sondern als einen Parteichef, der organisiert.

Mit dem unbestreitbaren Erfolg, dass es die Organisation überhaupt noch gibt, nachdem das Liberale Forum aus dem Nationalrat und allen Landtagen abgewählt worden ist. "Ein Betrieb, der seit 1996 keine Wahl mehr gewonnen hat, muss neu strukturiert werden", sagt Zach.

Neue Blockbildung

Da geht es einerseits um das Finanzloch, das die verloren gegangenen Wahlkämpfe gerissen haben und das inzwischen gestopft ist. Mit auslaufenden Parteienförderungsgeldern (die das LiF vor allem dem liberalen niederösterreichischen Wahlrecht verdankt) wurde der Untergang abgewendet, mit "Zuwendungen von Gönnern" und Mitgliedsbeiträgen der exakt 1186 Mitglieder erfolgt der Neuaufbau. Die wirtschaftliche Genesung der Liberalen ist auch ein wesentlicher Schritt zur möglichen Gewinnung einer Wirtschaftskompetenz, die dem stets als zu linkslastig empfundenen Liberalen Forum seinerzeit als Parlamentspartei entglitten ist.

"Das ist jedem klar, dass der Neuaufbau nicht darin bestehen kann, neue Türschilder anzuschrauben", verspricht Zach, der die neuen Türschilder in der Schwindgasse im 4. Bezirk angeschraubt hat.

Die neuen Liberalen müssten sich "einer neuen Blockbildung" stellen: Die Blöcke von Regierung und Opposition seien so fest gefügt, dass das einem wirklich liberalen Menschen nicht gefallen könnte, ist Zach überzeugt.

LIF auf Themensuche

Sein Blick richtet sich bereits auf die Nationalratswahl 2003. In der Zwischenzeit halten die Liberalen bewusst still - und melden sich, wenn schon, zu internationalen Terminen zu Wort. Immerhin ist das LiF weiterhin Mitglied der europäischen Liberalen.

Für einen Relaunch sei es gut, nicht jeden Tag in der Zeitung zu stehen, sondern einen kräftigen Neuanfang zu schaffen: "Mit einer Neuansage einer glaubwürdigen Person, die auf drei, vier Themen konzentriert auftreten kann." Sie wird derzeit gesucht. (cs/DER STANDARD, Print- Ausgabe, 11. 01. 2002)

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