Wiener Initiative hin zum "Arthouse-Kino"

10. Jänner 2002, 13:25
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Kinoförderung wird umgebaut

Wien - Bei der Wiener Kinoförderung werden bei den Kriterien einige Adaptionen vorgenommen. Am kommenden Dienstag wird ein Antrag im Kulturausschuss des Wiener Gemeinderats eingebracht; die Höhe soll mit knapp unter 2,2 Millionen Eurofür die nächsten drei Jahre gleich bleiben.

"Hin zum 'Arthouse-Kino'", umschreibt Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (S) in einem Gespräch die Zielsetzung des neuen Richtlinienentwurfs, der voraussichtlich im Februar im Plenum des Wiener Gemeinderats beschlossen wird.

"Es geht stärker noch als bisher darum, die Vielfalt der Kinos in Wien zu sichern. In den letzten Jahren hat sich die Sitzplatzanzahl verdoppelt. Es findet ein mörderischer Verdrängungskampf statt", analysiert Mailath-Pokorny eine Situation, in die man nicht direkt eingreifen könne, aber "gewissen Entwicklungen entgegensteuern oder andere unterstützen" wolle.

So gehe der Trend in anderen europäischen Städten "nicht mehr so hin zu Cineplexxen, sondern eher in Richtung Arthouse-Kinos". Verstärkt sollen daher in Wien jene kleinen Kinos gefördert werden, die im Rahmen von Schwerpunktveranstaltungen auch zusätzliches kulturelles Programm aus anderen Sparten anbieten würden.

Daneben sollen die Zugangsvoraussetzungen für Investitionsförderungen erleichtert werden, der geforderte Eigenmittelanteil beträgt künftig nur noch 30 (statt bisher 50) Prozent. "Weitere Kriterien orientieren sich noch stärker am qualitätvollen und österreichischen Film", so der Stadtrat, der glaubt, dass zwischen 20 und 30 Wiener Kinos von der Förderung profitieren werden: "Dadurch wird vielen Kinos ihre Existenz gesichert."

Mittelfristig befürchtet er, dass sich die in den vergangenen Jahren auf stark gestiegene Anzahl der Kinosäle in Wien (2001 waren es 192; die inzwischen gesperrten Schottenring und Top noch inklusive) wieder reduzieren wird: "Ich wünsche mir prinzipiell nicht, das ein Kino zusperrt, aber wir konstatieren, dass wir in Wien derzeit dasselbe Sitzplatzangebot haben wie Berlin, einer Stadt mit der doppelten Einwohnerzahl." (APA)

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