61-Jähriger Innsbrucker in Salzburg verurteilt

9. Jänner 2002, 20:00
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Frau aus Zug geworfen - Einweisung in Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher

Salzburg - Der 61-jährige pensionierte Fleischermeister Josef P. aus Innsbruck, der eine 70-jährige, teilentmündigte Frau aus Schwaz (Tirol) im April vergangenen Jahres im Gemeindegebiet von Maishofen (Pinzgau) aus einem Zug geworfen haben soll, wurde heute, Mittwoch, Abend für schuldig erkannt. Das Geschworenengericht unter Richter Hermann Weis befand, dass der Pensionist die Tat begangen haben soll. Das Urteil, das noch nicht rechtskräftig ist - der Verteidiger legte Berufung und Nichtigkeit ein - lautete auf Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher.

Die Geschworenen befürchteten, dass der Beschuldigte wieder rückfällig werden könnte. Seine Geisteskrankheit beziehungsweise seelische Störungen seien für die Tat ausschlaggebend gewesen, hieß es in der Begründung.

Gutachter Bernhard Mitterauer hatte dem "durchschnittlich intelligenten Beschuldigten" eine schwere Gehirnleistungsschwäche diagnostiziert. Bei Computer-tomographischen Untersuchungen seien Verluste der Gehirnsubstanz festgestellt worden. "Er hatte erhebliche Gedächtnisstörungen und hat Gedächtnislücken mit frei erfundenen Inhalten aufgefüllt."

Darum habe er bei den Einvernahmen offensichtlich verwirrte Aussagen gemacht, meinte der Gutachter. Der Beschuligte habe unter Störungen des Nervensystems gelitten und zu hoher Erregbarbarkeit geneigt. Sein Zustand damals wäre einer Geisteskrankheit gleichzusetzen. Zum Tatzeitpunkt sei der Beschuldigte unzurechnungsfähig gewesen, außerdem sei damals ein Blutalkoholwert von zwei Promille festgestellt worden. (APA)

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