Ausweis fürs Scheckkartenfach

8. Jänner 2002, 20:39
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Neuer Identitätsnachweis ist billiger - Chipaufrüstung möglich

Wien - Frau Mag. Dr. Isolde (30) ist eine musterhafte Frau. Also hübsch, blond, 1,70 groß und braune Augen. Ab sofort kann sie jeder haben - die Karte, deren Prototyp die fiktive Doppelakademikerin ziert. Es handelt sich um den neuen österreichischen Personalausweis im Scheckkartenformat, der Dienstag von Innenminister Ernst Strasser (ÖVP) präsentiert wurde. Die Vorteile gegenüber alten Personalausweisen in Führerscheingröße: handlicher, widerstandsfähiger und mit Kosten von 56 Euro (770, 58 Schilling) um 50 Cent (6,88 Schilling) billiger.

Kinegram, Mikroschrift und zweifärbiger UV-Druck (wie bei Euro-Banknoten) dürften auch Fälscher zur Verzweiflung bringen. Mit den "Money Checkern" - Geräten, die die Echtheit von Geldscheinen und Personalausweisen überprüfen - hat die Polizei zudem einen weiteren Trumpf in der Hand. Zwei Dutzend der neuen Wunderwerke (Stückpreis: 1150 Euro/15.824 Schilling) bekam das Innenministerium von der Oesterreichischen Nationalbank spendiert.

Kein Fingerabdruck

Strasser sagte, es sei möglich, den Personalausweis mit einem Mikrochip zur Speicherung von Daten zu erweitern. "Wenn das von der Bundesregierung gewünscht wird", betonte der Minister. Möglicherweise also eine neue Variante der umstrittenen Chipcard vulgo "e-card" als Ersatz für den Krankenschein? Strasser: "Bitte keine Spekulationen." Fingerabdrücke könnten jedenfalls nicht auf der Karte gespeichert werden.

Vorerst bleibt der Personalausweis, was er bisher war: ein Identitätsnachweis, der in 24 Staaten Europas auch als Reisedokument akzeptiert wird. Pro Jahr werden im Innenministerium rund 80.000 Personalausweise beantragt, erklärte der zuständige Abteilungsleiter Heinrich Pawlicek. Zum Vergleich: Im Vorjahr wollten 750.000 Personen einen neuen Reisepass haben. (simo/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 9.1.2002)

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