Afghanischer Außenminister: Bin Laden und Omar wohl noch im Lande

8. Jänner 2002, 16:12
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Kanada schickt 750 Mann in die Region Kandahar

Kabul - Der mutmaßliche Terrorchef Osama bin Laden und der Taliban-Führer Mullah Mohammad Omar halten sich nach Ansicht des afghanischen Außenministers Abdullah Abdullah wahrscheinlich noch im Lande auf. Abdullah sagte am Dienstag in Kabul: "Früher oder später wird man das wissen. Aber zu diesem Zeitpunkt sind wir nicht sicher, wo sie sich aufhalten. Höchstwahrscheinlich befinden sie sich in Afghanistan."

US-Kampfbomber sind seit Tagen im Osten Afghanistans im Einsatz, ohne dass es aber Hinweise gäbe, dass die USA Bin Laden dort vermuten. Ihn sehen sie als Drahtzieher der Anschläge, bei denen am 11. September fast 3300 Menschen starben. Omar hatte dem gebürtigen Saudiaraber in Afghanistan Unterschlupf gewährt. In der vergangenen Woche waren seine Gegner überzeugt gewesen, Omar im Südwesten umzingelt zu haben.

Kanada schickt 750 Soldaten

Die kanadische Regierung hat beschlossen, 750 Soldaten als Kampftruppen nach Afghanistan zu entsenden. Wie Verteidigungsminister Art Eggleston am Montag in Ottawa mitteilte, sollen sie in der Region Kandahar unter amerikanischem Oberkommando für Sicherheit sorgen, Taliban-Kämpfer aufspüren, Minen räumen und humanitäre Hilfe leisten. "Diese Mission ist nicht ohne Risiken", sagte Eggleston, "aber unsere Truppen sind gut ausgebildet und ausgerüstet, und sie sind bereit, diese wichtigen Aufgaben zu übernehmen". Die Soldaten gehören nicht der internationalen Afghanistan-Schutztruppe an.

Eggleston betonte, die Kanadier gingen als einzige nicht-amerikanische Soldaten in diesen Einsatz: "Dies ist das erste Mal, dass die Amerikaner einen Verbündeten gebeten haben, sie bei ihren Bodenoperationen in Afghanistan zu unterstützen." Ein Vorauskommando soll in den nächsten zehn Tagen nach Kandahar reisen. Die 750 Soldaten sollen bis Mitte Februar zu ihrem auf sechs Monate angesetzten Einsatz aufbrechen.

Kanada hat nach Angaben des Nachrichtensenders CBC fünf Kriegsschiffe zur Verfügung gestellt, die bereits im Arabischen Meer Patrouille fahren. Außerdem sind etwa 40 Mitglieder einer Anti-Terror-Sondereinheit in Afghanistan im Einsatz. (APA/Reuters/dpa)

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